Der Geschäftsführer des Deutschen Sportbundes, Guido von Mengden wurde 65 Jahre alt. Man könnte ihn den Funktionär Nr. 1 nennen, täte ihm damit aber gleichzeitig Unrecht. Von Mengden beherrscht zwar das Funktionärs-Metier par excellence, er ist aber mehr. Er kam, wie Carl Diem, ursprünglich vom Sport-Journalismus her und führt, ebenso wie er das gesprochene Wort meisterlich beherrscht, auch eine geschliffene Feder. Und wie Diem ist er auch ein Mann mit Ideen. Keiner hat wie er sich immer wieder mit solcher Energie gegen die Mängel des Schulsports gewandt und hier über die Kultusminister-Konferenz diese so gut verschanzte Bastion, an der sich sonst kluge Leute ihre Finger nicht verbrennen, aufzubrechen versucht. Der deutsche Vorschlag eines neuen, der Zeit angepaßten Amateurstatuts stammt von Mengden, und schließlich ist der "zweite Weg" des Freizeitsports seine Idee. Es sind gerade die schwierigen Probleme, die ihn reizen und die er als nimmermüder Propagandist vertritt. So gehört von Mengden bei aller Fähigkeit zur Sportdiplomatie eigentlich zur Generation der alten Feuerköpfe, die einst die Sportbewegung gegen tausend Widerstände groß gemacht haben.

A.M.