Von Felicitas Girod

In diesem Sommer zeigte der Europarat in Barcelona und in Santiago de Compostela die bisher größte Ausstellung romanischer Kunst.

Eine bombastische Treppenanlage führt zum noch bombastischeren Nationalpalast, in dem das Museum für katalonische Kunst beheimatet ist. Ein Teil der gezeigten Werke gehört zum ständigen Besitz des Museums. Vielleicht mißt man ihr deshalb in Barcelona selber offenbar so wenig Wert bei. In den Straßen kaum ein Plakat – die müssen in einer Minimalauflage gedruckt worden sein, denn nach einem Monat sind sie "schon längst vergriffen". Der Katalog hingegen ist "noch gar nicht erschienen".

Der bildungshungrige Besucher wird mit einem schmalen "Führer durch die Ausstellung", mit spanischem Text und elf Schwarz-weiß-Photos, mehr verärgert als vertröstet.

Stürzt er sich also völlig unbewaffnet in die runde Welt der Romanik.

Ein hohes Steinkreuz ist in der Eingangshalle aufgestellt. Aus Irland – denn natürlich ist die Kunst vom Ende des 11. bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts, die seit 1820 die Bezeichnung "romanisch" trägt, nicht auf die romanischen Länder beschränkt.

Die Ausstellung verdeutlicht die weite Verbreitung der romanischen Kunst und gibt einen Überblick über Werke aus allen Kunstgattungen. Photos der bedeutendsten Kirchen ergänzen die Sammlung der Fresken, Antependien, Manuskripte, Plastiken, liturgischen Geräte und Münzen.