Faul auf Reisen

Merkwürdige Beobachtungen hat ein deutsches Reiseunternehmen im vergangenen Sommer gemacht. Auf seinen Kreuzfahrten durch das Mittelmeer überließ es den Touristen selber die Wahl, auf diesen Reisen Land-Erholungstage an der jugoslawischen Küste sowie auf den griechischen Inseln zu verbringen oder Rundfahrten durch das klassische Hellas zu unternehmen. Nur etwa die Hälfte der Teilnehmer, die für längere Zeit von Bord gegangen waren, zog es zu den antiken Stätten, die anderen ließen Bildung Bildung sein und faulenzten am sonnigen Strand. Ob sie sich schon für gebildet hielten, oder ob sie Urlaub einfach mit Ausruhen übersetzten?

Fernweh durch Fernsehen

Reisende sind auch Verbraucher und also Gegenstand der Forschung. Es genügt nicht zu wissen, daß sie reisen, man versucht zu ergründen, warum sie reisen, wovon die träumen, wie teuer sie es wünschen, was sie warum tun und auch: wovon sie sich anregen lassen. Eine Untersuchung des Deutschen Reisebüros (DER) über die "Auswirkungen der Massenmedien auf die Reiselust der Bundesrepublikaner" hat jüngst ergeben, daß das Fernsehen den Auslandsreisen förderlich sei. Die Fernsehenden lassen sich dabei weniger von feuilletonistischen Reiseberichten animieren; sachliche Dokumentarberichte sind es, die den Wunsch aufkommen lassen, den Ort oder das Land des Geschehens zu besuchen.