stuck-/Duisburg

Es war viel Arbeit", erzählte der Filmkaufmann Siegfried Lang. "Ich telephonierte fast um die halbe Erde ..." Dann aber hatte er endlich die Zusage der Prominenz von Film, Funk und Bühne, ohne Gage und zum Wohle der UNICEF – des Weltkinderhilfswerkes – in Duisburg aufzutreten. Die "Mittwoch-Idealisten" – als Veranstalter – konnten Tommy Kent und Billy Mo, Kenneth Spencer und Margot Eskens, Paul Henkels und Christine Kaufmann erwarten. Nach Vorverkauf und Abenjdkasse rechneten sich die "Mittwoch-Idealisten" voller Freude ihre Einnahmen aus: Rund 10 000 Mark.

885 Mark davon waren allerdings schon weg. Am Mittwoch kam Christine Kaufmann von Rom geflogen. Aber sie hatte auf eine Nachmittagsvorstellung disponiert. "Abends kann ich nicht auftreten. Da habe ich Kostümprobe in Rom." Mit der nächsten Maschine flog sie wieder zurück – nicht ohne jene 885 Mark als Spesen zu fordern.

Nach der Veranstaltung schmolz die Kasse wieder zusammen. Tommy Kent kassierte für die Reise von München nach Duisburg und wieder zurück 750 als "Ablösesumme". Billy Mo verlangte für die Reise von Hamburg 450 Mark. Bob Iiier quittierte den gleichen Betrag. Die Sängerin Eva Kaspar von der "Deutschen Oper am Rhein" forderte für die Fahrt von Düsseldorf 200 Mark.

In der Kasse der "Mittwoch-Idealisten" waren noch 169,22 DM. Bei der nächsten Spesenforderung hätten sie ihre eigene Geldbörse zücken müssen. Aber sie konnten aufatmen. Die restliche Prominenz verzichtete nicht nur auf die Gage, sondern auch auf die Spesen.

Ob nun die verbliebenen 169 Mark tatsächlich an das Kinderhilfswerk abgeliefert werden können, hängt von der Stadt ab. Ordnungsamt, Finanzamt und Rechnungsprüfungsamt stehen auf dem Standpunkt: Der Charakter der Wohltätigkeit und damit die Möglichkeit steuerlicher Vergünstigung ist nur dann gegeben, wenn auch ein entsprechender Betrag für die Wohltätigkeit abgezweigt wird. So kann es sein, daß für die Kinder gar nichts übrigbleibt.