Auch der Stärkste beginnt zu wanken, wenn er die Last von morgen der gestrigen hinzufügt. –

Horaz

Glückliches England!

Der erste Teil einer vielversprechenden Serie "Premierminister aus der Nähe gesehen", die Kenneth Harris für den "Observer" schreibt, schließt mit der Ankündigung: "Nächste Woche unterhalten wir uns mit Sir Harold Macmillan über Schriftsteller und Literatur." Irgendwie kann man sich eine Ankündigung wie diese selbst im ZEIT-Feuilleton mit seinen rührenden Bemühungen um alles Rechte nur schwer vorstellen: "Nächste Woche unterhalten wir uns mit Dr. Adenauer über Schriftsteller und Literatur..."

Mehr als nobel

Der italienisch-schweizerische Balzan-Preis, noch höher dotiert als der Nobelpreis, soll in Zukunft jährlich dreimal verliehen werden: für Kunst, für Wissenschaften und für den Frieden. Dreierlei ist an diesem Preis (den wir im übrigen, wie alles Geld, was für Kunst, Wissenschaft und den Frieden ausgegeben wird, sehr begrüßen) sonderbar und ungeklärt: Der 1953 verstorbene Preisstifter Eugenio Balzan soll sein Riesenvermögen in dreißigjähriger Arbeit an einer guten Zeitung, dem Mailänder Corriere della Sera, verdient haben – das widerspricht allen journalistischen Erfahrungen; als einer der möglichen Friedenspreisträger wird die Nobel-Stiftung genannt – das widerspricht allen Erfahrungen mit dem Nobelpreis; als wichtigster, und das heißt doch wohl auch sinnvollster Preis wird der Friedenspreis hervorgehoben – das widerspricht allen Erfahrungen.

Hoffnung für Südafrika?