Zweierlei neue Märchenbücher bescheren, uns die Verleger: alte Volksmärchen im alten oder veränderten, teilweise gereimten Text, und neue oder ältere von Autoren "ausgedachte" Märchen und märchenhafte Erzählungen.

Die breite Basis der ersten Gruppe ist die Märchensammlung der Brüder Grimm. Es gibt wenige Bücher, die eine Chance haben, ein Leben lang bei demselben Besitzer zu bleiben. Zu ihnen gehören die Bände

"Kinder- und Hausmärchen", gesammelt durch die Brüder Grimm; Verlag Heinrich Ellermann, Hamburg/München; drei Bände zu etwa 250 S., 40,– DM.

Der dritte Band ist jetzt erschienen. Diese Ausgabe der alten Märchen zeigt, wie gut sich alter Text und moderne Illustration vertragen können, wenn Zeichnungen und Bilder (hier von Gerhard Oberländer) künstlerisches Niveau haben. Trotz der reichen Illustration bleibt das Gewicht bei den Texten.

Beides gleich wichtig zu machen, ist ein kleines Kunststück, das ein reizender, großer flacher Band fertigbringt, in dem ebenfalls Grimmsche Märchen erscheinet:

Hans Fischer: "Märchenbilder" – Sieben Märchen der Brüder Grimm, vollständiger Text nach der Erstausgabe, mit sieben ganzseitigen kolorierten Zeichnungen; Artemis Verlag, Zürich/Stuttgart; 36 S., 13,80 DM.

Das Buch enthält "Rotkäppchen", "Hans im Glück", "Der gestiefelte Kater", "Has und Swinegel", "Das tapfere Schneiderlein", "Hänsel und Gretel" und "Die sieben Raben". Zu jedem Märchen gehört eine ganzseitige Zeichnung, die, Stadien der Handlung verflochten darstellend, das Märchen im Bilde noch einmal erzählt. Das wird Kinder entzücken, die, nachdem sie die Geschichte kennen, sie in den Zeichnungen "nachlesen" können, bevor sie noch lesen gelernt haben.