Wirtschaft

Jeder gegen jeden

AucH wenn man den „Streusand" unseriöser Firmen, den es zu allen Zeiten gegeben hat, unberücksichtigt läßt, ist nicht zu leugnen, daß sich die Vorstellungen über die Zahlungssitten in der Bundesrepublik gegenüber früheren Zeilen verändert haben.

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DIE ZEIT

wer....was... wo.... warum...

Keine der beiden Parteien konnte allein die Regierung bilden. Also mußte gehandelt werden: Da Inönü Premier wurde, bekamen seine Koalitionspartner einen Minister mehr.

Der Fall Kroll, der keiner war

Als unser Moskauer Botschafter, Dr. Hans Kroll, dringlich und mit allen Anzeichen des höchsten Unwillens zur Berichterstattung nach Bonn befohlen wurde, glaubten viele, er werde nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren.

Die Mauer Nr. 2

Mit dem Eifer von Termiten bauen Volkspolizisten und Arbeiter seit Montagnacht an einer zweiten Ulbricht-Mauer in Berlin. Sie ist aus Beton, wird 1,60 Meter dick und zwei Meter hoch.

Gespräch in Washington

Noch weiß man nicht, welche Vorschläge der Kanzler im einzelnen nach Washington mitgebracht hat und wie die Gespräche im Weißen Haus verlaufen sind.

Verhandeln ist nicht kapitulieren

Verwirrt schaute das Volk seinem Kanzler nach, als er über den Ozean flog, den mächtigen Freund und Bundesgenossen zu sprechen.

Frischer Wind im Paragraphenwald

Der Gastgeber, ein neugebackener Bundesminister, öffnet die Tür zu seinem winzigen Appartement in einem ultramodernen Bonner Wabenhaus mit so temperamentvollem Schwung, daß die kalte Nebelluft gleich durch die ganze „Wohnung“ fest: „Kommen Sie herein, Lagen Sie ab.

Neue Arbeit für Karlsruhe?

Der Fernsehstreit hat im vorigen Jahr das Verhältnis zwischen Bund und Ländern arg getrübt. Konrad Adenauer hatte mit der Gründung seiner „Deutschland-Fernsehen GmbH“ den Widerspruch einiger Länder hervorgerufen, die schließlich wegen Verfassungswidrigkeit gegen den Bund klagten.

Zeitspiegel

Staatschef Nasser steuert entschlossen auf seine „neue Gesellschaft“ zu. Nach bewährten Vorbildern wird zuerst einmal die alte gesäubert: 10 000 Personen wurden auf Befehl des Innenministers verhaftet.

Auf den Spuren McCarthys

McCarthy lebt nicht mehr. Dieser wütende Kommunistenjäger, der ein paar Jahre lang (etwa von 1952 bis 1954) mit seinen bösen Anschuldigungen ganz Washington terrorisier: hatte, war, als er 1957 an einem Leberleiden verschied, politisch schon längst ein toter Mann.

Der Ring um Berlin

Pst, die Vögelchen schlafen“, sagte das dreijährige Mädchen und kuschelte sich an die Schulter des Vaters. Es war ganz still im Wald.

Hunger und Überfluß

In diesen Wochen gehen traurige Bilder durch die englische Presse, Bilder von Opfern der großen Hungersnot in Ostafrika. Da war ein riesiges Photo von einem kleinen zweieinhalbjährigen Mädchen: ein Gerippe mit ein bißchen faltiger schwarzer Haut überspannt.

Wer bezahlt die OAS?

Seit einem Monat erhebt nun auch in Paris die illegale französische Geheimarmee OAS regelrechte Steuern. In offiziellen Umschlägen der Finanzbehörden bekommen wohlhabende Bürger einen Bescheid ins Haus, der sie unmißverständlich auffordert, ihren Tribut zu leisten.

Die Schuld am Ersten Weltkrieg

In Ihrer Nummer 47 vom 17. November bringen Sie eine Besprechung meines Buches über die deutsche Kriegszielpolitik im Ersten Weltkrieg von Dr.

SED – eine Partei mit Polypenarmen

Vor ein paar Jahren unterhielten sich zwei Mitglieder des SED-Politbüros über die Chancen ihrer Partei bei freien Wahlen. Sie einigten sich auf acht bis zehn Prozent der Stimmen in der DDR.

„Atheisten und Säufer“

So ist es kaum verwunderlich, daß dem Allensteiner Bischof Lucjan Bernacki das Temperament durchging. In seiner Predigt in Geierswalde, Kreis Osterode, Ostpreußen, donnerte er: „Dieser Satan lockt wie ehemals im Paradies.

Die Kurden geben nicht auf

Am 23. September dieses Jahres erklärte General, Kassem in einer Pressekonferenz, es sei seiner Armee gelungen, den Aufstand der Kurden, der, wie er sich ausdrückte, „Reaktionäre, Feudalisten und Separatisten“ niederzuschlagen.

Wie sind wir wirklich?

Daß wir nicht das „heilig Herz der Völker“ sind, wissen wir seit einiger Zeit. Aber verständlicherweise möchten wir auch nicht gern zugeben, daß wir die anmaßenden, uns selbst bemitleidenden, zwischen hirnverbranntem Idealismus und krassem Materialismus schwankenden, die Freiheit verachtenden Untertanen seien, wie uns viele Ausländer und auch einige an ihrem Volk verzweifelnden Landsleute schildern.

Idealismus genügt nicht

Es muß nicht immer der Wolf sein, der sich als Schäfer anbietet. Die Gründe, aus denen jemand Erzieher wurde, sind oft recht einfach.

„Manchmal ist es die Hölle“

„In unseren Erziehungsheimen spiegelt sich die Geschichte der Fürsorgeerziehung während der letzten fünfzig und der nächsten zwanzig Jahre wider.

Das Treffen von Nowosibirsk

Die Rechnung des finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen ist nicht aufgegangen: Drei Monate, so hatte er nach der abrupten Auflösung des Reichstages spekuliert, würde die Atempause dauern, die er zur Beschwichtigung der Sowjets nutzen wollte.

Hinter den Kulissen der Macht

Als der neue Präsident Brasiliens, João Goulart, kürzlich den Eid auf die Verfassung leistete, war in den Kommentaren sehr viel von Demokratie“ die Rede.

Nordrhein-Westfalen: Abenteurer nicht gefragt

Wenn man die Bremse tritt, dreht sich dieser Nocken.“ Der junge Mann zeichnet an der Tafel an, wie sich der Nocken dreht, und fährt fort: „Der Nocken drückt nun die Bremsbacken gegen den Trommelrand.

Berlin: Der Fall des Diktators

Viele Jahre hatte Josef Stalin mit ehernem Gesicht vom hohen Sockel aus die Straße betrachtet, die seinen Namen trug. Schulklassen waren mit ihren Lehrern zum Denkmal gezogen, um dem toten Diktator ihre Reverenz zu erweisen.

Hamburg: Kein Standesdünkel mehr im „Knast“

„Einer hatte immer Rochus. Oft genügt ein Dauerbrüter, und der Rochus greift weiter um sich und bringt alle in Aufruhr. Früher hätte ich gesagt: Nicht melancholisch werden, du mit deinen paar Stunden kannst ja den Löffel schon abgeben! Aber heute kann man sich das Trösten schenken.

Bremen: Rauche zu Hause!

Bis zuletzt hatte die Direktion der Bremer Straßenbahn AG gezögert, schließlich entschloß sie sich doch und verhängte für die öffentlichen Verkehrsmittel der Hansestadt Rauchverbot.

Baden-Württemberg: Demoskopie auf Abwegen

Wer wacht in einem demokratischen Gemeinwesen darüber, daß der Mann an der Spitze das Richtige tut? Daß in der Bundesrepublik die dazu berufenen parlamentarischen Gremien manchmal versagen, das ist sogar Lesern von südbadischen Lokalzeitungen vertraut.

Bayern: Für die Polizei war alles klar

Einige Affären aus der aller jüngsten Zeit stützen diese Theorie. Am Freitag der vergangenen Woche gab die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bekannt, der Mörder des ukrainischen Exilpolitikers Stephan Bandera habe sich gestellt.

Berlin: Im Panzerwagen

Schon lange Zeit vor ihrer Flucht hatten sich einige Ostberliner darüber Gedanken gemacht, wie sie am besten – und auch am sichersten – den Ostsektor verlassen könnten.

Schleswig- Holstein: Ein unerbetener Gast

Die dänische Minderheit im Landesteil Schleswig ist in den letzten Tagen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Sie hatte den dänischen Altkommunisten Axel Larsenden Vorsitzenden der Sozialistischen Volkspartei Dänemarks, zu einem Vortrag nach Flensburg eingeladen.

Abu Simbel: Respekt vor der Antike

Das Ausschneiden der beiden Felsentempel von Abu Simbel, das Hochstemmen dieser gewaltigen Blöcke in eine Höhe, die über dem Ufer des neuen Stausees liegt, ist eine Aufgabe, die selbst bei unseren technischen Möglichkeiten ein Wagnis bleibt.

Aus Nubien wird ein Binnenmeer

Ende Oktober schon wollte die UNESCO in Paris bekanntgeben, ob von den Ländern der Erde die 80 Millionen Dollar aufgebracht werden, mit denen der oberägyptische Felsentempel Abu Simbel (und der Nefertari-Tempel) durch den phantasievollen und ingeniösen Plan italienischer Techniker davor gerettet werden sollte, mit Nubien in einem Binnenmeer unterzugehen.

Zeitfragen: Was heißt die deutsche Literatur?

Halb verwundert, halb fragend hatten wir die Beobachtung mitgeteilt, die Literatur im Deutschland von heute werde offenbar von einer, und sei es auch noch so schwer definierbaren, Linken getragen – und deutsche Schriftsteller gebeten, diese Beobachtung, wo notwendig, zu korrigieren.

Der verpönte Bert Brecht

Es besteht wenig Hoffnung, daß die Frage „Soll man Brecht spielen?“ an Aktualität verlieren wird. Wer „Ja“ oder „Nein“ als Antwort von vornherein für selbstverständlich hält, ist ein gegen alle Argumente gefeiter Charakter – und macht sich die Antwort leicht.

Kleiner Kunstkalender

Es sind heute etwa ein Dutzend Namen, die im Ausland die deutsche Malerei nach 1945 repräsentieren. Emil Schumacher, 1912 in Hagen geboren, gehört in diese Spitzengruppe.

Kleines Schimpf-GIossar

Arbeitserziehung: „Arbeitserziehung“ in „Haftarbeitslagern“ ist eine neue Strafform in der DDR, eingeführt durch die Verordnung des DDR-Ministerrats vom 24.

Zeitmosaik

Im Band 6 des Buches „Der muttersprachliche Unterricht“ von Dr. phil. K. Reumuth (Verlag der Dürrschen Buchhandlung, Berlin 1956) findet sich (auf Seite 54) der Satz: „Wer sich aus der Volksgemeinschaft löst, wer nicht fühlt, daß er ‚ein Stück von ihr ist‘, kann nicht Dichter des Volkes sein.

Bühne der Provokation

Und wieder hat München eine neue Bühne! Das Werkraumtheater der Kammerspiele, das sich bisher provisorisch behelfen mußte, hat jetzt unter großzügiger Hilfe der Stadt eine würdige Niederlassung im dritten Stock des neuen Verwaltungsgebäudes erhalten – einen Raum von nobler Zweckmäßigkeit, ohne Luxus, wie es sich für ein Experimentiertheater gehört.

Die Burg

Der Berg erhob sich inmitten der Stadt, und droben lag die Burg. Wiewohl sie benachbart waren, die Stadt und die Burg, lebten sie aneinander vorbei: so, als sei das Nächste das Fernste.

Mein Protest

„Lord Russell, der englische Philosoph – und was tust du?“ sagte sie, während ich mir gerade einen Schnürsenkel in den Schuh zog, und sie sah mich dabei so an, als wünschte sie nichts lieber, als mich hinter schwedischen Gardinen zu sehen.

Mein Buch des Monats: Andacht voll Ernst und tiefer Heiterkeit

Nebel und sehr früher Schnee, Milchwolken und der Schlamm auf den herbstlichen Blättern. Allerseelen-Lämpchen und Glysanthin in den Kühlern: man hält den Atem an und beschwört, ein wenig verschämt, den Festtagen folgend, die Trauer, die Buße, den Tod.

Hüben und drüben: Jodler

Kaum waren die ersten beiden Bände der Zeitschrift „Athenäum“ erschienen (man schrieb das Jahr 1800), da wurden schon ärgerliche Stimmen laut, die man immer zu hören bekommt, wenn die Kunst neue Wege beschreitet.

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