Die amerikanischen Bemühungen um europäische Touristen nehmen allmählich konstante Formen an. Bei der großen räumlichen Distanz dieses Reiselandes vom europäischen Kontinent kommt es vor allem darauf an, die Vereinigten Staaten uns psychologisch näher zu bringen. Die Preisfrage scheint demgegenüber eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die Anstrengungen zur psychologischen Überwindung großer Entfernungen können sich dabei nicht nur auf die Überquerung des Atlantiks richten; die großen Fluggesellschaften und auch die Reedereien haben hier bereits vorgearbeitet. Es ist nicht damit getan, die Reisenden nach New York zu locken, obwohl diese Stadt die mit Abstand größte Anziehungskraft auf Europäer ausüben dürfte. Mehr noch müssen sich die Wettbewerbsanstrengungen darauf richten, mit den Reisemöglichkeiten innerhalb der Vereinigten Staaten – von Küste zu Küste – vertraut zu machen.

Einen eben so erfreulichen wie geschickten Beitrag hierzu leistet die Greyhound Bus Corporation in Verbindung mit der American World Airways und der Gray Line Sightseeing Association: In diesen Tagen hat sich ein Greyhound-Superbus von Amsterdam über Hamburg auf die Reise durch Westeuropa gemacht. Abgesehen von dem günstigen Sondertarif, den dieses in Amerika populärste Verkehrsunternehmen für europäische Touristen eingerichtet hat (Netzkarten für 99 Dollar), wird damit auf höchst anschauliche Weise demonstriert, wie man amerikanische Meilen überwindet. Wem es wirklich darauf ankommt, Land und Leute drüben kennenzulernen und nicht bloß eine Sehenswürdigkeit nach der anderen "mitzunehmen", dem wird man die schnellen "Grauen Hunde" getrost empfehlen können.

Was uns auffiel, ist die Ehrlichkeit, mit der für dieses bewährte Verkehrsmittel geworben wird. Bei dem alten Slogan der Greyhound Bus Corporation "It’s such a comfort to take the bus – and leave the driving to us" (Es ist so bequem, den Bus zu nehmen und uns das Steuern zu überlassen), ist das Wörtchen "comfort" durch "pleasure" ersetzt worden. In der Tat, es ist weit vergnüglicher, sich einem Autobus anzuvertrauen, als es Komfort zu nennen wäre. Das wird jeder bestätigen, der einmal über weite Strecken mit einem Greyhound gefahren ist. Mögen die Klapp- und Lehnsitze noch so tief gepolstert und die herkömmliche Stahlfederung durch noch so raffinierte Gummi-Nylon-Luftbälge ersetzt sein: Wir haben trotz allem den Spaß größer gefunden als den Komfort. Ehrlich währt auch hier am längsten! Bg.