Beschaulich geht es in Tierbüchern für die Jugend nicht zu, und das ist gut so. Denn Jungen (und auch Mädchen) wollen noch immer nichts von Lämmchen, Ponychen oder Hündchen wissen. Wenn sie sich schon mit der Natur – und nicht der Technik – befassen, dann soll es nicht die Idylle, sondern die wilde und weite Natur sein.

Von dieser wilden und weiten wurde in diesem Jahr vor allem der nördliche Osten entdeckt. Die Taiga entlang der mongolischen Grenze ist der Schauplatz von

Nicholas Kalashnikoff: "Der Hengst vom Baikalsee", aus dem Amerikanischen von Adolf Himmel; Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh; 207 S., 8,50 DM.

Held des Buches ist ein Hengst, und die Landschaft Sibiriens ist mehr als nur Hintergrund. Es ist eine spannende und zugleich dichterische Geschichte.

Für Jüngere (sagen wir ab zehn) eignet sich

René Guillot: "Grischka und die Wölfe", aus dem Französischen von Bruno Berger, illustriert von Werner Bürger; Lothar Blanvalet Verlag, Berlin; 161 S., 7,80 DM.

Wieder ist der Schauplatz die Taiga, diesmal aber im eisigen Reich der Tuschkenen. Der Titel täuscht, denn es geht auch hier wieder (wie im preisgekrönten ersten Band) um Grischka und seinen Bären Dschidi. Aber wie das erzählt wird, wie man unmerkbar in das Stammesleben dieses Naturvolkes einbezogen wird und wie man sich selber danach sehnt, einen großen Schwarzbär als Haustier zu besitzen, das ist schlicht meisterhaft.