Der monatelange Streit zwischen Zahnärzten und Ersatzkassen hat mit einem Triumph der Zahnärzte geendet. Nicht nur erhalten diese mit den 4 Mill. DM Nachzahlung eine rückwirkende Honorarerhöhung von rund 12 % für die nichtvertragslosen Zeiten des zweiten Halbjahres 1961, sie haben außerdem einen neuen Bewertungsmaßstab zur Anerkennung gebracht, der eine Honorarerhöhung von mindestens 25 vielleicht sogar 30 % mit sich bringt. Das Erfreuliche an diesem Bewertungsmaßstab ist, daß er einheitlich für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung gelten wird und daß er sich anlehnt an den Entwurf einer Bundesgebührenordnung, die – vom Bundesinnenminister zu erlassen – auch Grundlage der privaten Honorarberechnung sein würde. Als Kuriosität bleibt lediglich zu vermerken, daß dieser Bewertungsmaßstab in fast zwölfmonatigen Verhandlungen zwischen den RVO-Kassen (Orts-, Land-, Betriebs- und Innungskrankenkassen) und den Zahnärzten ausgehandelt wurde, von den nichtbeteiligten Ersatzkassen hingegen als ersten akzeptiert worden, ist. Prominente Angestellten-Politiker werfen dem Vorstand des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen denn auch bereits vor, er sei in den vertragslosen Zustand hineingetaumelt und habe sich schließlich um jeden Preis unterworfen.

Schon jetzt ist abzusehen, daß die Ersatzkassen den traditionellen Honorarvorsprung von 10 bis 12 % nicht wiederhergestellt haben und auch nicht wiederherstellen können, befinden sie sich doch in einer derart beengten finanziellen Situation, daß sie alle Mühe haben, das Niveau der übrigen Kassen wenigstens noch leicht zu überbieten. Deswegen ist es auch übertrieben, allein den Zahnärzten die Verantwortung für etwa erforderlich werdende neuerliche Beitragserhöhungen zuzuschieben, ebenso wie es recht vordergründig, ist, das Defizit der Krankenversicherung der Rentner für die klamme Lage der Ersatzkassen verantwortlich zu machen. Man möchte sich wünschen, daß die Ersatzkassen für alle Versichertengruppen eine so sorgfältige Berechnung vorlegen würden, wie sie es für die Rentner zu tun in der Lage sind, -en