Möglichkeiten in Hülle und Fülle, den Urlaub zu verbringen, werden von den internationalen Fremdenverkehrsorganisationen angeboten. Man hat sogar begonnen, auf längst überholt geglaubte Reisepraktiken zurückzugreifen: auf das Kampieren (Camping), das Reiten von einem Reiterhof zum andern, Kutschefahren, Radfahren (im Münsterland: „Pättkesfahren“) und sogar das Wandern hat zugenommen.

Die touristischen Experten haben auch! rechtzeitig erkannt, daß es viele Reisende gibt, denen das Hotel zu unpersönlich, ungesellig oder zu teuer, die Privatpension wiederum zu gesellig, Wohnwagen oder Zelt allzu unbehaglich, ein eigenes Ferienhäuschen mit zuviel Arbeit und Ärger, Kapitalverlust und auf weite Sicht auch mit zuwenig Abwechslung erscheinen.

Gemietete Ferienhäuser und Bungalows waren das große Geschäft der letzten Saison. Erfolg hatte auch die Eurotel-ldee der Gebrüder Vanzo aus Bozen, die an möglichst kontrastierenden Plätzen erst in Meran, dann auf der Seiser Alm hoch in den Dolomiten, dann am Gardasee in Garda San Vigilio großzügig, aber bis ins kleinste geschmackvoll angelegte Appartementhäuser mit einer ganz neuartigen Nutzungsweise bauten. Die Eurotels beherbergen zusammen eine Kette von käuflich erwerbbaren, das heißt, im Grundbuch eingetragenen und wertmäßig, gesicherten, zugleich aber auch jederzeit miteinander tauschbaren und bei Nichtbenutzung durch den Besitzer Miete einbringenden Ferien-Eigentums-Appartements. (Ein Teil davon kann auch als Dauerwohnung gekauft werden.)

Um einen gleichwertigen Wechsel zwischen den verschiedenen Eurotel-Ferienplätzen zu ermöglichen, wurden die Appartements standardisiert. Sie kosten zwischen etwa 20 000 und 43 000 Mark. Darin sind die Anteile am Grundstück und an den als Gemeinsambesitz zu betrachtenden Gesellschaftsräume einbegriffen.

Käufe sind schon mit einem Eigenkapital von 16 000 Mark an möglich. Neu ist die Einladung, Beteiligungen über die jetzt von der „Gesellschaft“ herausgegebenen „Immobilien-Zertifikate Eurotel“ zu erwerben. Diese zu einem Ausgibepreis von 3000 Mark (Ausgabekurs 110 %) mit weiteren Anteilscheinen von 500 Mark an angebotenen Eurotel-Zertifikate, die man auch durch einen Teilzahlungsvertrag mit Monatsraten von 156 Mark finanzieren kann, sind doppelt interessant: Diese Geldanlage auf dem in- und ausländischen Immobilienmarkt ist ziemlich konjunkturunempfindlich und verheißt gute Beträge. Das Zertifikat kann auch als Ansparungspapier für ein eigenes Appartement-Eurotel gehandelt werden, und es erbringt auch sofort eine Vergünstigung von 25 % beim Wohnen in einem der schon bestehenden Eurotels.

Jedes Appartementhaus-Eurotel besitzt etwa 100 bis 150 Appartements, dazu ein erstklassiges Restaurant, mehrere behagliche Gesellschaftsräume (Halle, Bibliothek, Spielzimmer), ein Schwimmbad (auch für den Winter) und bei den neueren Bauten eine therapeutische Bäderabteilung mit Kneipp-Behandlung, Sauna, Massage und medizinischen Bädern.

Zur Ergänzung der Eurotel-Kette wird jetzt in Deutschland von der Gesellschaft für Appartementbau-Eurotel“ bereits in Baiersbronn bei Freudenstadt im Nordschwarzwald gebaut. In Kürze wird in St. Blasien, dem alten Kloster- und Kurstädtchen zwischen Feldberg und Hochrhein im südlichen Hochschwarzwald, mit dem Bau begonnen. Am Bodensee, in der Eifel, in München und Hindelang gehen die Vorarbeiten voran.