„Urteil von Nürnberg“ (USA; Verleih: United Artists): Am Tag vor der Urteilsverkündung im Eichmann-Prozeß wurde dieser Film mit internationalem Getöse in der Berliner Kongreßhalle welturaufgeführt. Aber Werberummel und Staraufgebot vermochten nicht zu verhüllen, daß er mißlungen ist. Produzent und Regisseur Stanley Kramer spricht die viel zu selten gehörte Wahrheit aus, daß der Abscheu vor dem verbrecherischen politischen System des Dritten Reiches nicht gemildert werden dürfe durch die Überlegung, Deutschland werde nun als Verbündeter gebraucht. Indessen sagt er es so umständlich, daß es seine Wirkung einbüßt. Drei Viertel des Films plätschern nutzlos dahin, erst im letzten Viertel wird die Frontstellung deutlich. Wenn man einen Thesenfilm drehen will, muß er zielstrebiger sein – es sei denn, man wolle niemandem wehe tun. Überdies sind alle Deutschen so verzeichnet, daß sich niemand getroffen fühlen kann. Was aber nützt dann ein solcher Film? Die Schauspieler sind nur zum Teil so vorzüglich, wie die Werbung versichert. Bewundernswürdig sind Tracy und Lancaster. til