Die Frage nach dem erfolgreichsten Investmentfonds (Ausgabe Nr. 51/1961 vom 15.12. 1961) ist zweifellos für alle Leser der „ZEIT“ von größtem Interesse. Wer breit gestreut, relativ sicher und kaufkrafterhaltend investieren will, kauft sich Investment-Anteile.

Ihrer Berechnungsmethode – abgestellt auf einen längeren Zeitraum – ist durchaus zuzustimmen. Hinsichtlich der deutschen Fonds muß bei einer Analyse freilich gesagt werden, daß diese per Saldo im allgemeinen den Durchschnitt des jeweiligen Kursniveaus der Branchen, die sie beinhalten, aufweisen und ihre Erfolge und Wachstum dem sehr erheblichen Konjunkturtrend der vergangenen Jahre nach oben verdanken.

Es sollte aber an dieser Stelle auf einen amerikanischen Fonds hingewiesen werden, der auch in Deutschland gekauft werden kann und der von dieser Grundsatz- und Erfolgsregel Wegen seiner besonderen Art und Methodik abweicht und daher einen außergewöhnlichen Erfolg aufzuweisen hat. Es handelt sich um den Oppenheimer-Fund.

Er hat seit seiner Auflage am 25. Mai 1959 einen Zuwachs von über 80 % aufzuweisen und in den letzten zwölf Monaten einen Netto-Wert-Zuwachs von 54 %. Demgegenüber haben die Wachstumsfonds in Amerika in der gleichen Zeit nur eine Wertsteigerung von 18 % im Durchschnitt erzielen können. Die etwa 20 deutschen Fonds können zwar im Augenblick noch nicht mitverglichen werden, aber es läßt sich bei Gegenüberstellung des Jahresschluß-Durchschnittskursniveaus von 1960 gegenüber dem bevorstehenden von 1961 wohl heute schon mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, daß die deutschen Fonds unter dem Durchschnittswachstum der amerikanischen Fonds – die 18 % bisher erzielten – liegen werden.

Dr. Erich Koch, Langenwang

Dazu Securius: Der Oppenheim-Fund, auf den an dieser Stelle schon mehrfach hingewiesen wurde, ist in seiner Anlagepolitik hochspekulativ. Er hat in der kurzen Zeit seines Bestehens geschickt gearbeitet und den von Ihnen aufgezeigten Erfolg erwirtschaftet. Der Käufer von Oppenheim-Zertifikaten muß wissen, daß sein Geld nicht nach den bei uns üblichen Maßstäben möglichst breiter Risikostreuung angelegt wird, sondern daß der Oppenheim-Fund versucht, die sich jeweils ergebenden spekulativen Chancen in aller Welt auszunutzen. Daß der Fonds hierin erfolgreich war, ist schon gesagt worden. Dennoch glaube ich, daß man angesichts der „Jugend“ des Fonds kein endgültiges Urteil fällen kann. Das sollte man erst nach fünf oder zehn Jahren. Nach einer so langen Zeit kann man dann unterstellen, daß die Erfolge nicht rein „zufällig“ waren.