OTHELLO: Hast dein Nachtgebet g’sprochen, Desdevroni?

DESDEMONA: Desdevroni nennst mich? Daß eins ganz krank wird bis in die innersten Eingeweid’. Die fromme Klosterschwester, die mich aufgezog’n hat – die hat mich so g’nannt. (Aufschrei) Den Eltern sollt’ man so was verbieten!

OTHELLO (finster): Daß s’dich von einer Frommen haben aufziehen lassen?

DESDEMONA (heiß): Der lange Nam’! Schier unchristlich kommt man sich vor damit. Da muß sie einem ja mitten im Leib sitzen, die Sinnlichkeit.

OTHELLO (schwer): Vroni, das Bett, auf dem du da sitzen tust – schau’s dir an, das Bett. (aufflackernd) Weißt du, was das da für ein Bett ist?

DESDEMONA: Hast sie vielleicht nicht mit mir geteilt – die Schuld – in dem Bett?

OTHELLO: Wird heut’ noch dein Totenbett sein! DESDEMONA: Totenbett? Ha! (sich sammelnd) Halt den Topf, (unwiderstehlich) Halt den Topf!