Das „Panorama“ hat längst alle anderen politischen Sendungen, Höfers „Frühschoppen“ und Wessels „Gespräch“ eingerechnet, ausgestochen. Es ist nicht mehr zu verstehen, daß man die Hamburger Reihe noch immer im zweiten Programm plaziert. Das letzte Stück dieser Serie nun, Gert von Paczenskys kriminalistischer Bericht über die Hammarskjöld-Affäre, war ein mustergültiges Stück politischen Reportertums, das sich Peter von Zahn, der am nächsten Tag in gewohnt routinierter Manier die Probleme des Mittelstandes unter Wortkaskaden zudeckte, einmal zum Vorbild nehmen sollte.

Aus Interviewfetzen, Filmstreifen, Analysen, Experimenten, Kommentaren und Schlußfolgerungen setzte Paczensky ein Mosaik zusammen, dessen Muster den Verdacht zu bestätigen scheint, daß westliche Mächte, wenn nicht zu den Mittätern, dann doch zu den Mitwissern des geheimnisvollen Todes im Urwald gehören. Diese Dokumentation über den Sprengstoff, der möglicherweise im UNO-Flugzeug verborgen war, könnte selber politischer Sprengstoff sein.

Rechnet man Lou van Burgs Show „Sing mit mir – spiel mit mir“ ab, wo man in der letzten Folge Renate Holm publikumswirksam über die alten kranken Rösser in der Welt weinen sah, bleibt noch Carl Sternheims Lustspiel „Marquise von Arcis“ zu erwähnen, das von Falk Harnack mit der gebotenen ironischen Zärtlichkeit in Szene gesetzt worden war.

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