Stalin ist acht Jahre nach seinem Tode in Ungnade gefallen. Seine Leiche wurde auf Befehl Chruschtschows aus der Walhalla des Lenin-Mausoleums entfernt, und nun wird ihm und seinen Helfershelfern der Prozeß gemacht.

In diesem Zusammenhang wird eine kleine, längst verstaubte Szene wieder aktuell, die 1952, zu Stalins Lebzeiten also, in einem winzigen Pariser Kabarett in der Rue de la Paix Abend für Abend gespielt wurde. Damals mußte die Polizei die Schauspieler vor den französischen Kommunisten schützen, und der russische Botschafter hat in Paris gegen die Aufführung einmal vergeblich, ein zweites Mal dann mit Erfolg protestiert. Heute aber – so ändern sich die Zeiten! – könnte der kleine Einakter in Moskau aufgeführt werden.

Die Szene spielt sich so ab: Auf der Bühne findet eine Konferenz der Sowjetgenerale statt. Die Generale sitzen, Schulter an Schulter, in ihren prächtigen Uniformen da. Als Generalissimus Stalin erscheint, um das Rednerpult zu besteigen, stehen sie auf, rufen Huräääh und setzen sich wieder. Dann fängt Stalin an zu sprechen. Aber schon nach dem ersten Satz wird er unterbrochen, denn irgendwo im Saal macht jemand „hatschi!“

Stalin runzelt die Stirn. „Wer hat hier eben geniest?“ fragt er.

Niemand meldet sich.

„Wer hat geniest?“ ruft Stalin noch einmal.

Tiefes Schweigen; Da befiehlt der Generalissimus: