BERLIN (Schloßparktheater):

"Der arme Bitos" von Anouilh

Vor fünf Jahren vom Autor wegen eines Theaterskandals in Paris fürs Ausland gesperrt, kam diese Abrechnung mit französischer Tugendboldigkeit jetzt doch nach Berlin. "Bitos ist ein Kleinbürger, der nach 1945 Staatsanwalt wird und alles aus den! Wege räumt, was auch nur entfernt in den Verdacht der Kollaboration gekommen ist." Auf einem "Diner der Köpfe" (dies der Untertitel), wo jeder als Doppelrolle zugleich eine Figur der Französischen Revolution spielt, wird Bitos entlarvt. Walther Karsch zählt im Tagesspiegel "dieses Stück zu den am besten gebauten von Anouilh". Friedrich Luft findet es in der Welt "nicht gut, weil es im Grundsätzlichen zu bitter wird" und ins Predigen gerate. Unter Walter Henns Regie spielt die Bombenrolle des Bitos: Rolf Henniger.

BERLIN (Schillertheater):

"Der Richter von Zalamea" von Calderon

"Die zutiefst musikalische Inszenierung G. R. Sellners stützt sich auf Eugen Gürsters kongruente Nachdichtung; sie läßt als Leitmotiv eine Donquichotterie über die Bühne ziehen ... sie spielt im goldbraunen Licht Esdremaduras zwischen merkwürdig skelettierten Bildern. Mit der Gitarrenmusik Michel Raffaellis (der auch die Szene baute) klingt alles wie eine Sage, volksliedhaft" (Ilse Urbach im Kurier). Alfred Schieske hat seinen Doolittle in "My Fair Lady" abgegeben, um wieder bei Barlog die Titelrolle zu spielen.

HAMBURG (Deutsches Schauspielhaus):