HESSISCHER RUNDFUNK 3. Januar, das Hörspiel,

Wolfgang Hildesheimers Sprachphantasie, die zur Leibhaftigkeit der Bühne strebt, fand dialogische Gestalt zunächst im Funk. Hildesheimer-Hörspiele sind Repertoirewerke geworden. So wurde auch dieses „Tatsachenmärchen“ vor der Frankfurter Übernahme seit 1956 bereits dreimal vom NDR gesendet, wo es unter der Regie von Fritz Schröder-Jahn produziert worden war.

Man kann an dieser Gelegenheitsarbeit wie an einem zurückliegenden Meilenstein Hildesheimers Entwicklung vom preisgekrönten, in realistischem Dialog geschriebenen „Drachenthron bis zur „absurden“ Technik seiner jüngsten Bühnenspiele ablesen. – Mit einem utopischen Kriegsgeschehen an der Grenze zweier Operettenstaaten „gibt’s“ der Autor „An den Ufern der Plotinitza“ den „Tatsachenberichten.“ illustrierter Zeitungen.

Die Absurdität solcher Publicity wird von Hildesheimer dargestellt, indem er berichtenden Monolog (Joachim Teege) mit Dialogen verbindet, aus denen sich akustische Spielszenen entwickeln. Zur Farce fehlt ihnen der Witz. Als Groteske erfüllen sie ihre Aufgabe: bitter zu schmecken und „Tatsachen“ als Märchen für Dumme (und für Journalisten überhaupt) zu verdächtigen. Jac