BOCHUM (Schauspielhaus):

„Die Menschenfresser“ von Herbert Asmodi

Mit seinem Erstling „Jenseits vom Paradies“ (1954) bereits satirisch gestimmt, aber naturalistisch schreibend, hatte der „junge deutsche Autor“ (geb. 1923) zuletzt mit der Gesellschaftsposse „Nachsaison“ einen Bühnenerfolg. Die Uraufführung von Asmodis jüngstem Stück „Die Menschenfresser eignete sich in Bochum als Silvesterunterhaltung. Da diese „spätabendländische Lustbarkeit“ jedoch Komödie mit schwarzem Humor sein will, „zelebrierte Robert Lossen eine grundverkehrte Inszenierung“ (Süddeutsche Zeitung). In der FAZ wandte sich Albert Schulze Vellinghausen scharf gegen die Scheinabsurdität eines nur extravaganten Kriminalspektakels, weil „Asmodi keine Wirklichkeit kennt... Er witzelt.“

FRANKFURT AM MAIN (Großes Haus):

„Die Meistersinger von Nürnberg“ von Wagner

Einen eigenen Aspekt der modernen Wagner-Inszenierung wollte die Frankfurter Opernleitung bieten, als sie von Arno Assmann, dem Münchner Staatsoperettenintendanten, eine originell heitere „Meistersinger“-Inszenierung erwartete. Der Bühnenbildner Max Bignens wollte das „Holzschnitthafte“ herausarbeiten. Doch zeigte sich – wie Jürgen Petersen in der Süddeutschen Zeitung „sanft enttäuscht“ feststellt – „die tiefe Verlegenheit der Regisseure und Ausstatter, wenn sie Wagner, zu inszenieren haben... Die Bilder von Bignens sind gotisches Kunstgewerbe... Der Schauplatz monoton in den Farben und verwirrend... Die Festwiese: eine Art Riesenzelt... monströse Shakespeare-Bühne plus Baugerüst von heute.“ Auf den Kritiker der Frankfurter Abendpost (W. W. Göttig) machte Lovro von Matacic den Eindruck, als „habe er ‚Die Meistersinger‘ zum ersten Male in seiner erfolggekrönten Dirigentenlaufbahn dirigiert. ... Mit Feldherrngeste... beschwört er ununterbrochen enorme Lautstärken des Orchesters herauf. So entsteht ein ... Tonbrei, aus dem sich dann plötzlich völlig nebensächliche Figuren herausheben, während die motivischeThematik kaum einmal wirklich zur Geltung kommt.“ Als Stolzing sprang in letzter Minute ohne Probe Hans Beirer (Berlin) für Karl-Olaf Johannson ein. Sachs: Otto Wiener, Eva: Jutta Meyfarth, Pogner: Thomas O’Leary, Beckmesser: Willi Wolf, David: Cesare Curzi, Magdalene: Rosl Zapf.

HAMBURG (Staatsoper):