Laß dem Autor die Überzeugung, daß ihr beide Kulturfaktoren seid, aber sei dir selber darüber klar, daß auch der Lumpenhändler, den du ja in Form von Makulatur reich belieferst, die gleiche Daseinsberechtigung hat wie du und dein Autor. Ernst Rowohlt

Auch eine Entwicklungsaufgabe

„In zehn Jahren könnte die Menschheit mit dem Analphabetentum – das heute um 45 Prozent schwankt – fertig werden, wenn sie nur wollte“, sagte René Maheu, der amtierende Generaldirektor der UNESCO. „Wenn wir an die unhaltbare Ungerechtigkeit denken, welche die ungeheuerliche Ungleichheit in der Erziehung der Menschen schafft, und an die unerhörte Verschwendung geistiger Fähigkeiten, die diese Tatsache für den ökonomischen und sozialen Fortschritt bedeutet, können wir nur hoffen, daß alle Menschen guten Willens bald etwas tun werden, um diesen Zustand zu beenden.“ Diesem Appell zum Trotz steht zu befürchten, daß die Kunde vom ersten Mondflug fast der Hälfte der Menschheit noch mündlich wird hinterbracht werden müssen.

Eberhard Beckmann gestorben

Am 3. Januar starb im Alter von 56 Jahren Eberhard Beckmann, der Intendant des Hessischen Rundfunks. Beckmann, der aus Rheine in Westfalen stammte, Germanistik und Kunstgeschichte studiert hatte, war Feuilletonist, Theaterkritiker und Reiseschriftsteller. 1945 hatte er als Dezernent die Städtischen Bühnen in Frankfurt neu organisiert, 1946 wurde er Intendant von Radio Frankfurt, 1948 Intendant des Hessischen Rundfunks. Beckmann besaß die Goetheplakette des Landes Hessen. Für seine Verdienste um den deutschen Rundfunk erhielt er 1955 das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Wird Pasternak rehabilitiert?

Ilja Ehrenburg bezeichnete in einer öffentlichen Veranstaltung in Moskau Boris Pasternak als großen Poeten. Die lakonische Meldung von seinem Tode, die der sowjetische Schriftstellerverband an nur eine Zeitung gegeben hatte, sei des Autors unwürdig gewesen. Wie die Zeiten sich ändern. Kündigt sich etwa auch Tauwetter für Doktor Schiwago an?