Von Wolfgang Ebert

Es ist unerhört!“ rief meine Frau und klopfte dabei mit meinem Frühstücksei auf den Tisch, „es ist unerhört!“

„Du hast recht“, sagte ich erschreckt, „aber müssen wir uns schon morgens über die geplanten Portoerhöhungen ereifern?“

„Es ist unerhört, wie sie wieder unserem Verteidigungsminister ans Leder wollen.“ Meine Frau hatte schon immer eine Schwäche für starke Männer, hat dann aber mich geheiratet. „Sie werden nicht ruhen und nicht rasten, bis er ihnen den ganzen Krempel vor die Füße wirft oder gar noch zurücktreten muß!“

„Also da kann ich dich beruhigen“, sagte ich und verbrannte mir den Mund am Kaffee, „das wirst du niemals erleben.“

„Haben die denn gar nichts Besseres zu tun, als in anderer Leute Angelegenheiten herumzuschnüffeln?“ ereiferte sie sich mehr und mehr.

„Vielleicht glauben sie, weil es sich um Steuergelder handelt, sei es auch unsere Angelegenheit“, gab ich zu bedenken.