BERLIN (Schiller-Theater):

"Die Teufel" von John Whiting

Der britische Schauspieler-Autor ist schon mit seinen früheren Stücken in Deutschland prominent herausgestellt, wenn auch wenig nachgespielt worden: von Gründgens in Düsseldorf ("Marschlied"), von Sellner in Darmstadt ("Der Tag des Heiligen"), von den Berliner Barlog-Bühnen ("Wo wir fröhlich gewesen sind"). Die deutsche Erstaufführung der "Teufel " nun, wieder bei Barlog und von Hans Lietzau inszeniert, hat einen über den Premierenabend hinausreichenden Theaterskandal hervorgerufen. Das katholische Petrusblatt und andere der katholischen Kirche (der auch Barlog angehört) nahestehenden Kreise attackieren heftig die Stückwahl. Im Tagesspiegel machte sich Walther Karsch die Rufe, mit denen das Publikum, den Autor (zum Unterschied von den Schauspielern) empfing, in der Überschrift seiner Kritik zu eigen: "Ein großes Buh für John Whiting". In 46 Bildern "wird ein ungewöhnlich schöner und ungewöhnlich kluger Geistlicher (... nach den "Teufeln von Loudon" von Huxley) 1632 von ungewöhnlich stupiden Geistlichen, hysterischen Weibern und neidischen Männern fertiggemacht..." In Hauptrollen: Thomas Holtzmann und Gisela Mattishent.

FRANKFURT AM MAIN (Großes Haus):

"Die Alkestiade" als Oper

Thornton Wilder hatte seine Dichtung für die Sprechbühne selber zum Opernlibretto eingerichtet. Während bei dem Parallelfall ("Das lange Weihnachtsmahl" durch die Vertonung von Paul Hindemith) "ein neues Bühnenwerk" entstanden ist, kam für die "Alkestiade" – nach dem Urteil der FAZ – nur "eine Begleitmusik zu dem Dichterwort" heraus. Diese gleichwohl "große" Oper – sie dauerte in der Frankfurter Uraufführung fast dreieinhalb Stunden – ist von der in Paris geborenen Amerikanerin Louise Talma komponiert worden, die als Universitätsmusikprofessorin in New York lehrt. Obwohl die Anregung von Wilder ausging, habe er das Libretto mit der antimusikalischen Gedankenfracht seiner mythischen Schau belastet. Nach dem Urteil der Welt "läuft die Musik hinter der Dichtung her und erreicht niemals ihren Gedankenflug". Die Uraufführung der Oper wurde – ebenso wie 1948 die deutsche Schauspielpremiere der "Alkestiade" – von Harry Buckwitz inszeniert (Ausstattung: Hein Heckroth): "großartig" nach dem Urteil der Abendpost, "mehr versiert und vordergründig durcheinander gewirbelt als zu szenischen Abläufen geordnet", meint die FAZ. Hohes Lob erwarben sich die musikalischen Kräfte: Wolfgang Rennen (Dirigent) und in den Hauptpartien Inge Borkh (Alkestis), Ernst Gutstein (Admetos), Leonardo Wolovsky (Herakles), Richard Holm (Apoll), Max Lorenz (Teiresias).

BRAUNSCHWEIG (Staatstheater):