Jugoslawien, das als Touristenland für Westdeutsche wegen seiner ideologischen Zwitterstellung immer noch im Schatten des nachbarlichen Italien steht, wirbt 1962 verstärkt um deutsche Touristen und Devisen. Neben seinen oft noch unberührten landschaftlichen Reizen locken vor allem niedrige Preise,

Seit Beginn dieses Jahres wurde ein verbesserter Touristenkurs eingeführt. Während man bisher für eine Mark 150 Dinar erhielt, bekommt man jetzt 25 Prozent mehr, nämlich 187,5 Dinar. Damit werden die Hotelpreiserhöhungen, die allgemein 10 bis 15 % ausmachen, abgefangen.

Das milde Klima der dalmatinischen Küste, die Folge warmer mediterraner Winde, erlaubt eine lange Vor- und Nachsaison (baden kann man in der Adria von April bis Oktober). Die Preisvergünstigungen in diesen Zeiten sind erheblich. In Jelsa auf der Insel Hvar beträgt der Vollpensionspreis im Hotel Jadran zum Beispiel 7,40 Mark, im Hotel Jugoslavija auf Krk acht Mark, im Hotel Gruz in Dubrovnik zwischen sechs und 7,50 Mark. In der Hauptsaison erhöhen sich dann die Vollpensionspreise dieser Hotels auf 10 bis 20 Mark.

Der Benzinpreis wurde um fünf Dinar erhöht, er bleibt für Touristen jedoch immer noch niedrig: ein Liter Benzin (84 Oktan) kostet 43 Pfennig.

Die Hauptverbindungsstraße von Westeuropa nach Griechenland ist in ihrem jugoslawischen Abschnitt von Grdelica nach Skopje jetzt fast durchgehend asphaltiert, von den 1260 Kilometern sind nur noch 35 Kilometer Makadam.

In Belgrad wird am 1. April der modernisierte Flughafen in Betrieb genommen, Dubrovnik eröffnet am 1. Juni einen neuen Flugplatz für mittlere Maschinen. Eine neue Schiffslinie „103“ – deklariert als „1000-Insel-Fahrt“ – berührt alle wichtigen Küstenorte und Inseln und eignet sich besonders zur Besichtigung kunsthistorischer Stätten. J. Z.