„Privatleben“ (Frankreich; Verleih: MGM): Frankreichs Jungregisseur Louis Malle inszenierte das Lebens- und Publicity-Drama der Brigitte Bardot (mit ihr selbst in der Hauptrolle) im modisch verfremdeten Stil eleganter Magazine. Zu Beginn des Films vermag man sich an feinschmäcklerisch ausgewählten Farbeffekten zu ergötzen: So durchquert Brigitte als Najade auf einem Motorboot den graublau schimmernden Genfer See; später spielt die Kamera mit Renoir-Assoziationen und plötzlich stehenbleibenden Bildern. Malle gelingen einige Randbeobachtungen vom Photographenrummel und von der Hektik des Filmbetriebes, die gelegentlich das Makabre streifen. Freilich vermag BB ihrer Rolle nicht die geringste psychologische Substanz zu entlocken; dafür konzentriert sich der Film um so ausführlicher auf ihr Gesicht, dem er ununterbrochen Huldigungen darbringt. Am Rande spaziert Gregor von Rezzori durch die Handlung, lächelnd über die absonderliche Tatsache, daß er in den Film verwickelt ist. grg

„Finden Sie, daß Constanze sich richtig verhält?“ (Deutschland; Verleih: Europa): Verfilmt wurde das bewährte Boulevard-Theaterstück von Somerset Maugham. In St. Moritz zur Skisaison geraten ein Arzt, ein Dichter und ein Operntenor nebst Gattinnen untereinander in Beziehung. Die Arzt-Frau macht mit Hilfe des Dichters ihren Mann eifersüchtig, da letzterer sich der Tenor-Frau zu weit genähert hatte. – Die Filmrollen sind mit Lilli Palmer, Dorian Gray, Peter van Eyck und Carlos Thompson besetzt, und damit hätte ein ordentlicher Starfilm zustande kommen müssen. Regisseur Tom Pevsner verfiel jedoch auf die unglückliche Idee, die Stars wie große Schauspieler agieren zu lassen. Das war ihnen gegenüber höchst unfair gehandelt, denn das Schauspiel ist ihre Stärke nicht. Auf diese Weise bleiben von Maughams Komödie nicht eben viel Pointen erhalten. kub