Die Stellungnahmen zu dem Aufsatz von Siegfried Lenz „Der Schriftsteller und Philosoph Ernst Jünger“ (ZEIT Nr. 16/62) übertrafen quantitativ alle unsere Erwartungen – was über die Qualität weder Positives noch Negatives aussagen will. – Die Kunst, aus 150 Seiten 15 so herauszusuchen, daß die Schreiber ganz glücklich, und zufrieden wären, ist noch nicht erfunden. Wir müssen daher alle diejenigen, die uns geschrieben haben, um. Verständnis bitten für unsere Methode: so auszuwählen, daß die Leser ein möglichst getreues Bild von den, oft leidenschaftlichen, Meinungsverschiedenheiten bekommen, die Ernst Jüngers Person und Werk heute noch bei vielen Menschen auszulösen vermögen. Die abgedruckten Beiträge sind stark gekürzt.

Erfüllte Hoffnung

Von Herbert Krogmann

Zunächst sei Ihnen gedankt, gedankt dafür, daß gerade Sie mit Ihrer großen Leserschaft und daher einer großen „Streuung“ es unternehmen, endlich einen aktiven Beitrag zur „Bewältigung der Vergangenheit“ zu leisten. Siegfried Lenz’ Diskussionsbeitrag nun erscheint mir ganz besonders geeignet, ein starkes Echo zu finden. Und wenn Sie auch gewiß nicht alle Zuschriften veröffentlichen können, so wäre damit, daß es überall dort, wo die ZEIT gelesen wird, zu Auseinandersetzungen über die Schriftsteller von „damals“ kommt, schon viel erreicht. Denn Sie kennen ja die Scheu, derartige Themen anzupacken. Deshalb schließe ich mich Ihrer Hoffnung an, daß Sie viele Zuschriften erhalten, die dem Beitrag von Siegfried Lenz gerecht werden.

Wegbereiter des Nazismus? – Unwichtig!

Von Joachim Günther

Wenn überhaupt jemand in Deutschland heute das Format für einen „Schriftsteller im Sinne des Nobelstatuts“ abgibt (Thomas Manns Begriff bezog sich allein auf die literarische Qualität, nicht auf die im Nobel-Statut sonst noch ausgesprochenen moralisch-humanitären Prämissen), dann nur Ernst Jünger und nach ihm eine ganze Weile niemand.