Von Heinz Michaels

D ie Testologen sind am Werk. Es begann mit einer Zeitschrift – der „Deutschen Mark“, die uns belehrte, wo es das beste Trinkwasser gibt (aber keinen Weg wies, wie es zu beziehen ist). Staubsauger und Weinbrand, Gasfeuerzeuge und Pulverkaffee – das Testprogramm ist bunt und der Stil aggressiv. Die Industrie ist verärgert (was sich an der steigenden Zahl der Prozesse ablesen läßt), und das Publikum interessiert (was sich an der steigenden Auflage ablesen läßt).

Es folgten die Gewerkschaften, die in ihrer Zeitung „Welt der Arbeit“ das Gulasch der „Aktion Eichhörnchen“ unter die Lupe nahmen – sehr zum Ärger der ihnen ideologisch befreundeten Konsumgenossenschaften, die dabei schlecht abschnitten. Möglicherweise wird dieser Familienstreit noch ein Nachspiel haben.

Und nun melden sich die Verbraucher, repräsentiert durch-die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AGV). Voraussichtlich noch im Mai wollen sie ihren neuen Warentest veröffentlichen, dem in rascher Folge – vielleicht alle zwei Wochen – weitere folgen sollen.

Die Testologie beginnt also auf Hochtouren zu laufen. Die Schornsteine der Prüfinstitute beginnen zu rauchen.

Doch Spaß beiseite, der Warentest ist eine viel zu ernste Sache, um Witze darüber zu machen. Der Warentest kann (und sollte) der Leuchtturm sein, der dem Verbraucher in der Flut des Warenangebots eine Orientierung bietet. Dazu müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Der Test muß wissenschaftlich und technisch exakt durchgeführt werden.