„Noch Zimmer frei“ (USA; Verleih: Columbia): Spontan verliebt sich der Londoner US-Botschaftsangestellte (Jack Lemmon), kaum hat er in Mayfair Wohnung genommen, in seine attraktive Wirtin (Kim Novak). Die aber steht, wie er sodann erfährt, unter dem Verdacht des Gattenmordes. Das klingt nach Hitchcock-Thematik: das geliebte Wesen eine Mörderin? Abgründe tun sich auf! Hier indessen wird der Gruselschauer durch Komik gebrochen. Jack Lemmon verleiht dem Untermieter der vermeintlichen Mrs. Blaubart subtilkomische Züge, indem er durch permanente Fehlleistungen seine selbstbewußten Reden diskret desavouiert. Der Witz des Films ergreift allmählich aber auch die kriminalistische Konstruktion: Mehrmals klärt sich die Lage unversehens auf, um sogleich neue Verwicklungen von immer haarsträubenderer Unwahrscheinlichkeit hervorzurufen. Unmerklich bereitet sich der Umschlag vom Kriminallustspiel in den ausgelassensten Klamauk vor. Am Ende löst sich, wie in Stummfilmgrotesken, die Handlung in eine wilde Verfolgungsjagd auf, die Regisseur Richard Quine Gelegenheit auch zu einer formalen tour de force gibt. pat