Georg Frank, der zwölf Jahre lang Vorsitzender des Hamburger Sportbunds war, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Sein Wirken lag mehr im stillen, so daß sein Name der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt wurde. Obwohl auch der äußere Erfolg zu Buche schlägt, bestimmte doch das Beispiel den eigentlichen Wert dieses ungewöhnlichen Mannes, der noch aus der Gründerzeit des Sports stammte und schon zu Anfang unseres Jahrhunderts ein hervorragender Rennruderer war. Der geborene Berliner und spätere Hamburger Kaufmann hat noch in hohem Alter mit einer wohl einmaligen Hingabe sich in seinem Ehrenamt dem Hamburger Sportbund verschrieben und dessen große Projekte, das Haus des Sports, die Sportschule in Wentorf, das sportärztliche Untersuchungsinstitut und die Hallenbauten mit seinen Mitarbeitern fertiggestellt. Seinen Tag teilte der alte Herr, der bei keiner größeren Veranstaltung fehlte, zwischen Sport und Geschäft. Spesen hat er nie verrechnet.

Wenn Georg Frank kam, gingen die Türen auf, auch jene zu Bürgermeisterzimmern. Über die Rolle des Sports, über die so oft und so viel geschrieben wird, hatte er seine eigene, sehr einfache Vorstellung. Der Sport solle vor allem menschliche Tugenden, wie die Liebe zu einer Sache, die Treue zu einer Gemeinschaft und die Achtung einer Leistung immer wieder wachrufen. Der Sport müsse zwar mit der Zeit gehen, aber doch über dem Tage stehen. Das Großkreuz zum Bundesverdienstorden hat Georg Frank angenommen, aber nicht getragen. Die vielen Hunderte, die ihn jetzt zu Grabe trugen, darunter auch Willi Daume, der Präsident des Deutschen Sportbundes, empfanden es, daß der Sport einen der letzten seiner großen alten Männer verloren hat. – er.