STUTTGART (Staatsoper)

„Die Zauberflöte“ von Mozart

Leopold Lindtberg, der in Zürich und Wien hervorragende Schauspielregisseur, betätigt sich in zunehmendem Maße auch auf dem Gebiet der Oper. An der Hamburgischen Staatsoper hatten mehrere Inszenierungen Lindtbergs Erfolg. Zu Weihnachten 1962 will er sich dort mit den „Meistersingern“ von Richard Wagner auseinandersetzen. Über Lindtbergs jüngste Operninszenierung, „Die Zauberflöte“ in Stuttgart, schrieb Siegfried Melchinger: „Mozart ist anders... Lindtberg hielt die Sänger an, auf das gewohnte Pathos und die große Gebärde zu verzichten. Er isolierte die Gesangsnummern, indem er die Sänger in vorteilhafte Posituren brachte, damit sie dann mit festem und ungehindertem Blick auf den Dirigenten schön singen konnten.“ Fritz Rieger (der erst in einer späten Phase für den verhinderten Generalmusikdirektor die Leitung übernommen hatte) „versorgte vom Pult aus Sänger und Orchester zwar mit meist präzisen Einsätzen und einer erfahrenen Solidität. Aber er dirigierte Noten, nicht Musik... Der Abend hatte bald szenisch, bald musikalisch hübsche, ja brillante Momente.“ Im ganzen jedoch: „gepflegte Langeweile der Konvention.“

NÜRNBERG (Schauspielhaus):

„Der Abgeordnete“ von Branislav Nusic

Eine deutsche Erstaufführung verschafften sich die Städtischen Bühnen Nürnberg/Fürth, indem sie eine rund siebzig Jahre alte „Komödie“ vorstellten, die der 1938 in Belgrad verstorbene Autor als Zwanzigjähriger geschrieben hat. Nach dem Bericht der FAZ handelt es sich um ein durch die Ferne des Balkans und der achtziger Jahre entschärftes „Zerrbild verrotteter Demokratie“. Ein Abgeordneter muß eine Rede halten, die ihn zu Fall bringt. Von der Rankewirtschaft der feindlichen Partien sei „ein nicht. eben tief- oder hintersinniges, aber handfestes und mit treffsicherer Komik ausgestattetes Volksstück“ übriggeblieben. „In der Inszenierung Hermann Horns... fand nur Heinrich Cornway aus der Theaterschablone heraus..., in dem hinter der Komik ein wenig von der Tragik des gescheiterten Narren spürbar wurde.“

HAMBURG (Staatsoper):