Die Zeit der Länderspiele geht vorüber – Unter dem Diktat der Starklubs

In Paris traf sich die Creme der europäischen Fußball-Klubs. Real Madrid, Stade Reims, FC Barcelona, Feyenoord Rotterdam, Eintracht Frankfurt, Arsenal und Standard Lüttich. Inter Mailand, Juventus Turin, Manchester United und Hamburger SV saßen nicht an diesem runden Tisch der Prominenz, hatten jedoch vorher ihre Anteilnahme an den Beratungen wissen lassen.

Eine Verschwörung der Starklubs oder nur eine prominente Notgemeinschaft? Von jedem etwas, könnte man sagen. Es ging um die Vollbeschäftigung des europäischen Fußballs. Die großen Vereine brauchen Spiele, zugkräftige Spiele, um die hohen Ausgaben zu decken, um den aufwendigen Lebensstandard zu halten. Die Landesmeisterschaft reicht dazu nicht aus und auch nicht der Europa-Pokal.

Was die renommierten Vereine in Paris ausheckten, nennen sie jetzt noch schlicht „Internationales Kriterium“, die Bestrebungen sind jedoch eindeutig. Was heute noch einen bescheidenen Namen trägt, der eher an einen radsportlichen Wettbewerb erinnert, soll morgen die Europa-Liga sein. Eine normale Meisterschaft im Punktsystem mit Hin- und Rückspielen, die sich über mehrere Monate hinziehen würde.

Es geht um Dauerbeschäftigung

Und der Europa-Pokal? Hört man schon Besorgte fragen. Keine Angst, der Europa-Pokal wird erhalten bleiben. Das versicherten die Vereine der Pariser Zusammenkunft ausdrücklich. Natürlich wollen sie daran teilnehmen, wenn sie Meister ihres Landes werden. Dem Europa-Pokal am Zeuge flicken, hieße ja, sich den Stuhl vor die Tür setzen.

Bei der prominenten Pariser Tafelrunde ging es ja um die Dauerbeschäftigung nach der jeweiligen Landesmeisterschaft, die auch der Europa-Pokal nur dem Meister zu bieten hat. Und diesem auch nur, wenn er möglichst weit vorstößt.