Feuilleton

Zeitmosaik

Lästert nicht die Zeit, die reine! Schmäht ihr sie, so schmäht ihr euch, Denn es ist die Zeit dem we

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DIE ZEIT

De Gaulle muß zuschlagen

Positiv kann die französische Regierung ganz gewiß den Umstand werten, daß den Rebellen von der OAS kein entscheidender Erfolg beschieden war.

Die Bürde des Regierens

Im Vordergrund werden in den nächsten Wochen die Diskussionen über die Preis- und Lohnpolitik stehen. Noch in Adenauers Abwesenheit hat sich der Konflikt zwischen Professor Erhard und der Bundesregierung auf der einen, Professor Nordhoff und der Automobilindustrie auf der anderen Seite zu einer politischen Kraftprobe zugespitzt.

Schröders neue Sachlichkeit

Der Nebel, der monatelang die Konturen der deutschen Außenpolitik verhüllte, hat sich gelichtet. Bei der Athener Frühjahrstagung der NATO-Minister ist nicht nur das strategische Konzept des Atlantischen Bündnisses deutlicher und glaubwürdiger geworden.

In der Verfassung las man’s anders

In einer der kürzesten Reden, die Chruschtschow je gehalten hat – sie dauerte genau acht Minuten – kündigte er am 25. April vor dem Obersten Sowjet an, daß die Sowjetunion eine neue Verfassung erhalten soll.

NATO-Einigung

Auf militärischem Gebiet hat die Athener NATO-Konferenz bedeutsamere Fortschritte gebracht, als irgend jemand vorher zu prophezeien gewagt hätte.

Zeitspiegel

„Der Kommunismus wird versagen und verschwinden, denn er hat keine Antwort – oder eine falsche und irreführende Antwort – auf die entscheidende Frage: Wie können menschliche Wesen endlich wirklich menschlich werden.

Falscher Mann auf wichtigem Posten

Man kennt das melancholische Bild eines Zuges der, noch immer Dampf ausstoßend und mit einem tatenfrohen Knirschen im rollbereiten Getriebe, vor einem „Halt“-Zeichen steht: Die Passagiere stecken die Köpfe aus dem Fenster, der Zugführer zuckt bedauernd die Achseln, es geht nicht weiter.

Ist die CDU verbraucht?

Wie der Bundeskanzler im Herbst von der Grippe, so wird die CDU in gewissen Zeitabständen von einem leichten Reformfieber befallen.

Sorgen um die nächste Wahl

Konrad Adenauer, so heißt es in Bonn, werde um die Mitte der Legislaturperiode – vermutlich Ende 1963 – die Regierungsgeschäfte seinem Nachfolger übergeben.

Zum Memorandum der Acht:: Kulturpolitik ist große Politik

Die Frage der Kulturpolitik hatte im „Tübinger Memorandum“ einen wichtigen Platz. Dr. Georg Picht, Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Kirche, erläutert hier die Ideen, von denen die Unterzeichner ausgingen.

„Auf einen CDU-Schelm anderthalbe“

Seit einiger Zeit wirbt die Regierung Meyers für eine Idee, die in den Jahren des Wiederaufbaus zu kurz gekommen war: Die Bewohner des künstlich durch Besatzungsdekret gebildeten Landes Nordrhein-Westfalen sollen landes- und staatsbewußter werden.

Der Verlegenheitsheld

Zum ersten, zum zweiten und zum dritten – bei der Nominierung des Spitzenkandidaten der SPD für die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ging es, betrachtet man die jüngsten Vorgänge in Düsseldorf, tatsächlich wie auf einer Auktion zu.

EWG-Verhandlungen, letzte Runde

Wenn die EWG-Mächte uns haben wollen, müssen sie es uns leichtmachen sagte der englische Premier kürzlich bei seinem Besuch in Kanada.

Leitbild contra Liebe

Die Inhaberin der elterlichen Gewalt kann von dem Liebhaber ihrer zwanzigjährigen Tochter Unterlassung jeglichen Umgangs mit der Tochter bis zu ihrer Volljährigkeit jedenfalls dann verlangen, wenn sie damit das Ziel verfolgt, ihre Tochter vor den Gefahren und Folgen eines außerehelichen Liebesverhältnisses zu bewahren.

Vernehmungen

Es gibt Vernehmungen, die wenig ausführlich sind – zum Beispiel bei Diebstahl. Es gibt sehr ausführliche Vernehmungen – zum Beispiel in fast allen Fällen von Unzucht.

Bayern: Wird Vera Brühnes Tochter aussagen?

Die Wetten stehen 50:50. Wird Sylvia, die Tochter der wegen Anstiftung zum Mord ingeklagten Lebedame Vera Brühne am nächsten Montag im Gerichtssaal erscheinen? Die Aussige der 19jährigen könnte der Höhepunkt des Mordprozeses werden, der nun seit zwei Wochen vor dem Münchner Schwurgericht läuft.

Im Gefängnis des Versorgungsstaates?

Unter dem Titel „Bonn ohne Sozialpolitik“ hat Klaus von Bismarck in der ZEIT Nr. 14 der Bundesregierung vielerlei Versäumnis vorgeworfen.

„Achtung! Weißer Strich in 50m: Zonengrenze!“

Alle Details dieser Reisebeschreibung sind wirklichkeitsgetreu. Sie wurden jedoch umgruppiert und dadurch unkenntlich gemacht aus dem gleichen Grund, der eine allem Anonymen abholde Redaktion dazu veranlagt, den Namen des Verfassers lieber nicht zu nennen: um „drüben“ niemanden zu gefährden.

Wer ist in den Westen geflohen?

Als ich mich beim Hausherrn nach den Namen und Berufen der anderen Anwesenden erkundigte, stellte sich heraus, daß er einige selber nicht kannte.

Der Kampf fand nicht statt

Der vor einem Jahr erstmals verliehene Internationale Verlegerpreis, der 1961 Samuel Beckett und Jorge Luis Borges zugesprochen wurde, fiel in diesem Jahr an Uwe Johnson.

Mein Bild

Man kommt in Gewissenskonflikte. „Mein Bild“? So genau hat man es nicht genommen. Da hängt eins in Basel, eins in Turin, eins im Prado, eins in München, eins in der Sammlung Thompson, eins in der Sammlung Bührle, eins in Berlin – und dieses hier in Zürich.

Das Peeperkorngeheimnis

Ich bitte herzlich darum, einmal, nur dieses eine Mal meinem geistreichen Kollegen Wolfgang Ebert ins Handwerk pfuschen zu dürfen.

Der Verlegerkongreß

Der deutsche Generalbundesanwalt, der seine Ferien zu kunstgeschichtlichen Studien nutzt, soll auf die Frage, ob er auch Spanien schon besucht habe, geantwortet haben: „Freiwillig gehe ich nicht in ein Land, das diktatorisch regiert wird.

Karl Kraus und die Verlagslinie

Seit zehn Jahren verlegt der Kösel-Verlag die Werke von Karl Kraus. Der Kösel-Verlag ist in München ansässig. Zu seinen Autoren gehören Josef Pieper und Romano Guardini.

Kleiner Kunstkalender

Die riesigen Holzskulpturen, zwei und drei Maler hohe Hauspfosten, Schlitztrommeln und Firstbalken, wurden auf Expeditionen in Neu-Guinea und auf den Neuen Hebriden gesammelt und nach Paris gebracht.

Wolf gang Ebert:: Unsere nächste Party

Wer gibt schon freiwillig oder gar gern eine Party? Man weiß ja, was dabei herauskommt. Alle essen sich dick und dämlich, trinken vom besten Wein und Whisky, zerbrechen Gläser und antike Stuhllehnen, zerstampfen den Parkettfußboden, machen einen solchen Krach, daß man den Nachbarn wochenlang nicht mehr in die Augen sehen kann und noch nach Tagen mit Räumungsklagen rechnet, machen sich schließlich, ein Schlachtfeld hinter sich lassend, aus dem Staube und schimpfen anschließend Stein und Bein über die restlos mißlungene Party, die ein schlechtes Licht auf uns als Gastgeber werfe.

Hüben und drüben: Geheimniskrämerei

In Friedrich Sieburgs Besprechung der Tagebücher des Henry de Montherlant („Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 28. April) geht es nicht nur um den französischen Schriftsteller.

Immer neue Ärgernisse

Da auch wir in diesem Buch von Zwerenz persönlich attackiert werden und da Günter Zehm, damals gerade dem Zuchthaus der Zonenmachthaber entkommen, als Kronzeuge dieser Attacken darin vorkommt, erschien es uns fair, den gleichen Günter Zehm um Besprechung des Buches zu bitten.

Keine Landschaft für Eilige

Es gibt auf der Welt vielerlei Ungerechtigkeiten, doch es gibt eine, von der nie gesprochen wird, und zwar die des Klimas. Camus schrieb das, und er schrieb an anderer Stelle von seiner Auflehnung im Namen aller Menschen, damit das Leben aller Menschen ins Licht erhoben werde.

Revolte des Intellekts

Nichts ist billiger, als post festum Abrechnung zu halten über Mitschuld an den Verbrechen einer gestürzten Diktatur, über Mitläuferschaft und Mangel an Widerstandswillen.

fUNK: „Der Blindgänger“

Ein junges Ehepaar mit altem Onkel und verzogenem Sohn fährt zu einer Urlaubsblockhütte an der englischen Küste. Die ständige und störende Gegenwart des alten Herren trübt etwas das Eheglück.

Film

„Jules und Jim“ (Frankreich; Verleih: Constantin): Mit seinem Film „Schießen Sie auf den Pianisten hat François Truffaut gezeigt, wie man aus einem dürftigen Kriminalroman Filmkunst machen kann.

Fernsehen: Gewalttätigkeiten am „Woyzeck“

Wenn man die Reaktionen von ein paar Dutzend Blättern richtig verfolgte, hat Bohumil Herlischkas Fernsehversion vom „Woyzeck“ Georg Büchners einen staunenswerten Katalog von Verdammungsurteilen provoziert – vom abwägend-differenzierten „Verfehlt“ der „Süddeutschen Zeitung“ bis zum „Ekelhaft“ des Berliner „Abend“.

Theater

„Gegenwärtig ist im Essener Schauspiel eine außerordentliche literarische Rarität zu besichtigen, die in deutscher Erstaufführung gebotene satirische Komödie ‚Die Wanze‘ des sowjetrussischen Revolutionsdichters Wladimir Majakowskij.

Entwicklungshilfe in der Sackgasse

Kürzlich veranstaltete in Düsseldorf die Deutsche Gesellschaft für Betriebswirtschaft eine Tagung, an der Probleme der Entwicklungshilfe zur Sprache kamen.

Ein Lohnstreik, der keiner ist

Am Dienstagmorgen um 6 Uhr früh haben die Kohlenzechen im Saarland ihre Tore geschlossen. Die Saarkumpel streiken – offiziell – für höhere Löhne, und das ist ganz gewiß die unglaubwürdigste Begründung, die sich die Generalstäbler der Bochumer Gewerkschaftszentrale einfallen lassen konnten.

Gedanken aus Lateinamerika

Die Industrialisierung Südamerikas stand im Mittelpunkt des „Lateinamerika-Wirtschaftstages“ während der Hannover-Messe. Dabei zeigte sich, daß die Südamerikaner stark mit der Unterstützung privaten Kapitals aus Europa und Nordamerika rechnen.

Glühende Kohlen auf ihr Haupt

Im deutschen Bundestag wird am 16. Mai eine Energie-Debatte beginnen. Die Bundesregierung muß dann dem Parlament ihre energiepolitischen Vorstellungen unterbreiten.

Ein verborgener Überreder

Aus der neueren Geschichte sind nur wenige Beispiele dafür bekannt, daß sich Übersetzungsfehler verhängnisvoll ausgewirkt haben.

Flugzeuge „Made in Germany“

Silberglänzend stand es da, das Prunkstück der Deutschen Luftfahrtschau 1962: ein Super-Starfighter F-104 G „Made in Germany „Saubere Arbeit“, lautete das Urteil der Fachwelt.

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