Das sogenannte Nationalitätskennzeichen, besser als „D-Schild“ bekannt, ist ein notwendiges Übel für jene, die ihr Fahrzeug über unsere Staatsgrenzen hinaus lenken müssen oder wollen. Das Ausland verlangt diese Kennzeichnung, und so gibt es also auch Vorschriften für die Anbringung – und es gibt eine Anzahl von Fabrikaten, um diesen Vorschriften zu genügen. Außer D-Abziehbildern gibt es vor allem D-Schilder aus Metall geprägt; sie müssen je nach Ausführung mit einer oder auch zwei Schrauben befestigt werden. Genau bei diesen Schrauben beginnt nun jener Kundennepp mancher Automobilhändler, der bei genauer Betrachtung zu weiteren interessanten Erkenntnissen führt.

Der Pächter einer für vorbildlichen Service bekannten Tankstelle in Mannheim zum Beispiel (dort werden die Fenster noch ohne Aufforderung geputzt, der Luftdruck geprüft und all das getan, was in einer früheren Epoche als sogenannter Kundendienst allgemein üblich war) – er blickte mich erstaunt an, als ich nach dem Arbeitslohn für die Anbringung eines D-Schildes fragte. Als sei das eine Zumutung, schüttelte er den Kopf und antwortete: „Nichts, wenn Sie das Schild bei mir kaufen!“

Einige Gebrauchtwagenhändler variierten ihre Montagekosten zwischen: „Nichts!“ – „Geben Sie dem Mechaniker ein Trinkgeld!“ und „Eine Mark!“ Voraussetzung war bei allen, daß das Auto nebst Schild bei ihnen gekauft wird. Händler verschiedener Fabrikate meinten gelassen: „Je nach Wagentyp schenken wir Ihnen das Schild dazu!“ Montagekosten wurden mir in keinem Fall verbindlich genannt.

Die Idee, Montagekosten nach fester Preisliste zu berechnen, stammt offenbar vom VW-Werk. Hier wird alles gleich behandelt, und selbst, wenn der Kunde einen neuen Wagen kauft, das D-Schild nebst Zubehör bar erwirbt – auf der Rechnung prangt es stolz: „D-Schild angebracht: 3,50 DM.“ Der auf; Sparen bedachte Kunde täte gut daran, in Zukunft solche Kleinigkeiten seiner Tankstelle zu überlassen

Der Kunde wird noch mehr sparen, wenn er sich bei der Anschaffung von weiterem Zubehör nicht an solche einer Preisliste verpflichteten Fachhändler hält. Ein wenig den Markt studieren, kann erhebliche Einsparungen mit sich bringen, so bei der Anschaffung von Nebellampen, Lichthupen und ähnlichem Zubehör, wo es sich als sehr nützlich erweist, die Kosten (Zubehörteile und Montagearbeit) zwischen dem Auto- und dem Elektrofachhändler zu vergleichen. Bei Nebellampen des gleichen Fabrikats, schwankt der Preis der kompletten Anlage zwischen 30 und 40 Mark zugunsten der Autoelektriker; bei Lichthupen, Uhren und dergleichen sind ähnliche Differenzen festzustellen. Es ist nicht immer ratsam, einen neuen Wagen vom Händler komplett ausstatten zu lassen.

Zum Schluß sei es noch geklagt: Die Preisdifferenz für ein simples Waschleder kann bis zu 3,50 Mark betragen, je nachdem, ob man dem Autofachhandel, dem Zubehörfachhandel oder „seiner“ Tankstelle den Vorzug gibt. G. S.