Die Motorisierung der Küche läuft auf Hochtouren. 500 Millionen Mark wurden in der Bundesrepublik im letzten Jahr für motorgetriebene Haushaltsgeräte ausgegeben – 500 Millionen Mark für Kaffeemühlen und Entsafter, Quirle und Küchenmaschinen, Ventilatoren und Staubsauger. Doch die deutsche Hausfrau reagierte anders, als mancher Techniker sich das gedacht haben mag.

„Haben Sie beobachtet, daß Küchenmaschinen weniger gefragt werden?“ meinte bedauernd ein Verkaufsleiter auf der just beendeten Hannover-Messe. „Der Elektroquirl ist Trumpf.“ Tatsächlich zeigen die Umsatz der Firmen ebenso wie die Berichte der Marktforscher, daß die Hausfrau lieber zu dem handlichen kleinen Gerät greift, mit dem sie in Topf und Schüssel arbeiten kann, als zu der zwar ausgeklügelten aber unhandlicheren Haushaltsmaschine: Die Faszination, der Technik unterliegt dem nüchternen hauswirtschaftlichen Kalkül. Und die Technik stellt sich darauf ein: Sie stattete den kleinen Quirl zu einem Wunderwerk an Vielseitigkeit aus.

„Und wir um bedauern Sie diese Entwicklung?“ fragte ich meinen Gesprächspartner. „Sie stellen doch beide Artikel her.“

„Ja, das schon. Aber der Quirl ist neu und kostete uns bisher nur Geld zur Einführung. Die Maschine war schon so schön eingeführt...“

– ls