ESSEN (Städtische Bühnen):

„Die Wanze“ von Wladimir Majakowskij

„Gegenwärtig ist im Essener Schauspiel eine außerordentliche literarische Rarität zu besichtigen, die in deutscher Erstaufführung gebotene satirische Komödie ‚Die Wanze‘ des sowjetrussischen Revolutionsdichters Wladimir Majakowskij... Wer den dialektischen Materialismus kopfstehen sehen will – hier ist Gelegenheit dazu.“ 1929 attackierte dieses Stück den unsterblichen Spießer, der als Frucht der Oktober-Revolution konsumreiches Bürgerglück einheimsen will. Meyerhold inszenierte die Uraufführung in Moskau. Sie wurde abgelehnt. 1930 beging der Autor Selbstmord. 1956 wurde das Stück in Moskau wieder aufgeführt, 1959 kam es in Paris, 1962 in London heraus. Im utopischen zweiten Stückteil, der 1979 spielt und eine Orwell-Welt zeigt, ist „die unmenschliche Verhärtung und Sterilität der klassenlosen Gesellschaft“ vorausgesehen. „Die Wanze“ hat 130 Rollen, so daß jedes Essener Ensemblemitglied vier- und fünffach beschäftigt ist. „Stärkste Niveauschwankungen der Inszenierung Joachim Fontheims bewiesen“ nach dem Urteil der „Rheinischen Post‘, „wie verlockend, aber wie unerhört schwierig die theatralische Abrichtung der ‚Wanze‘ ist.“

BOCHUM (Schauspielhaus):

„Heinrich IV.“ von Pirandello

Gründgens in Düsseldorf und Vilar in Paris haben dieses Paradestück der Vertauschung von Sein und Schein gespielt. In Bochum wurde es jetzt von einem profilierten Regisseur der jungen Generation, von Werner Düggelin, mit Hubert Suschka in der Titelrolle, inszeniert. „Ein großer Mime spielte sich frei – Suschka und Düggelin feierten Triumphe“, schreibt Albert Schulze Vellinghausen in der FAZ. „Aus naturalistischer, logischer Sprache entstanden Duette, Quartette, Ensembles – Düggelins Umgang mit der Oper machte sich bemerkbar.“ In weiteren Rollen: Klaus Steiger, Eleonore Zetzsche, Walter Riß. Bühnenbild: Jörg Zimmermann.

HEIDELBERG (Städtische Bühne):