Von Rudolf W. Leonhardt

Schon in der französischen Provinz taugt das Theater, was Talente, Ton und Ensemble anlangt, viel weniger als in Paris; aber wenn man dann gar nach Mannheim, Hannover oder Kopenhagen weiterfährt, nähert man sich Schritt für Schritt finsterstem Mittelalter des Geschmacks. Und nun erst Hamburg!

Das schrieb, am 25. Januar 1791, nicht irgendwer, sondern kein Geringerer als der Direktor des Königlichen Theaters in Stockholm, Abraham

Als „authentischstes Mozartbild“ darf diese Silberstiff-Zeichnung auf Elfenbein-Karton von Doris Stock gelten. Den beiden bekannten Ölbildern, die an Authentizität konkurrieren könnten, hat sie doch einiges voraus: das von Joseph Lange zeigt den erst 26jährigen Mozart und ist unvollendet; das vielgepriesene von Barbara Krafft ist eben doch postum, also nach Vorlagen gemalt. Doris Stock hingegen zeichnete den 33jährigen Mozart so, wie sie ihn im April 1789 wiederholt bei ihrem Schwager, Christian Gottfried Körner, dem Vater des Dichters, gesehen hatte.

Niclas Edelcrantz mit Namen. Er schrieb es an seinen Brotgeber König Gustav III. von Schweden. Das französische Original habe ich hier frei, jedoch gewiß sinngetreu, übersetzt. Es ist nachzulesen in

„Mozart – Die Dokumente seines Lebens“, gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch; Bärenreiter Verlag, Kassel, Basel, London, New York; 610 S., 52,– DM.

Was aber hatte der Königliche Theaterdirektor eigentlich gegen Hamburg? Lesen wir weiter: