Als ich mich beim Hausherrn nach den Namen und Berufen der anderen Anwesenden erkundigte, stellte sich heraus, daß er einige selber nicht kannte. „Die hat der und der mitgebracht“, hieß es in so einem Falle.

Es war eine Atmosphäre von Gleichgesinnten, in die wir Besucher aus dem Westen mit solcher Herzlichkeit und Selbstverständlichkeit einbezogen wurden, daß wir uns schon nach kurzer Zeit wirklich unter Freunden fühlten.

Es gab auch keine „Konversation“. Eine Bemerkung meinerseits, die sich auf den ungemütlichen Eindruck während unserer Hinfahrt über dunkle, menschenleere Landstraßen bezog, löste sogleich eine Diskussion über die „Mauer“ und die „Republikflucht“ aus.

„Sie sind im Irrtum“, sagte man mir, „wenn Sie etwa glauben, daß Ihnen auf dieser Fahrt irgend etwas hätte passieren können. Es gibt bei uns kaum eine echte Kriminalität.“

Und dann sagte einer: „Wenn man bei Ihnen drüben nachts auf einer einsamen Straße mit einer Panne liegenbleibt, ist das viel gefährlicher. Unsere Gangster sind längst drüben bei euch, wo es was zu holen gibt.“ Es war ganz ernst gemeint.

Gut, also die Gangster sind hinübergegangen in den Westen. Das leuchtet eigentlich ein. Und sonst? Wer ist denn sonst in den Westen geflohen?

„Na, also erst einmal die Ängstlichen, die den Druck nicht ertragen konnten.“