Die konjunkturelle Expansion der westeuropäischen Wirtschaft wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Die meisten Länder werden dabei möglicherweise nicht ganz das Wachstumstempo des letzten halben Jahres halten, andererseits ist eine leichte Besserung der britischen Wirtschaftslage nicht unwahrscheinlich.

Im einzelnen spricht die Beurteilung der Einkommensentwicklung für eine leicht verminderte, doch immer noch kräftige Konsumausweifung. Die Nachfrage der öffentlichen Hand wird sogar noch etwas verstärkt zunehmen. Im Bereich der Investitionen wird dadurch zumindest teilweise die konjunkturell verlangsamte Steigerung der privaten Anlageinvestitionen kompensiert.

Der Absatz auf den außereuropäischen Märkten dürfte in den kommenden Monaten per Saldo leicht zunehmen.

Ohne daß bereits eine akute Gefahr gegeben ist, könnte doch der Keim zu einer Klimaverschlechterung in den Gleichgewichtsschwierigkeiten liegen, die verschiedentlich in der Lohn- und Preisbildung aufgetreten sind.

Es gilt hier grundsätzlich, bei Aufrechterhaltung der binnen- und außenwirtschaftlichen Stabilität, das Erfordernis eines ausreichenden Anstiegs der Massenkaufkraft – zur Absatzsicherung – mit dem Erfordernis ausreichender Unternehmergewinne – als Investitionsanreiz – in Einklang zu bringen.

Aus dem Konjunkturbericht des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs –