„Großvater Automobil“ (Tschechoslowakei; Verleih: Neue Filmkunst): Heute haben manche Sparten der Technik ein mörderisches Gesicht angenommen. Man braucht nicht gleich an die Atombombe zu denken; die Automobilindustrie tut’s auch mit explodierten Wagen, zerfetzten Fahrern, Passanten und Zuschauern, die Autobahnen und Rennpisten säumen. In diesem Film kann man sich von solchen Schrecken erholen durch Erinnerung an die idyllischen Zeiten, da fortschrittstrunkene Pioniere mit harmlosen 40 Stundenkilometern Weltrekorde errangen. Um eine Liebesgeschichte zwischen einem böhmischen Mechaniker und einer französischen Mechanikertochter arrangieren sich die berühmten Rennen in Dourdan und Gaillon von 1902 und 1904 mit den „Assen“ Demester, Mackie Duff, Vondrich, Graf Kolowrat. Regisseur Alfred Radok kombiniert Dokumentaraufnahmen und Kostümszenen (was nicht immer bruchlos gelingt) zu einem liebenswürdigen Film, der mit Wehmut und Ironie die „gute alte Zeit“ heraufzubeschwören versucht. ktl