Nun wissen wir es: Die Lufthansa durfte am 1. April ihre Tarife für die Inlandsstrecken nicht erhöhen, weil es schlecht in das Konzept des Maßhalte-Mahners Erhard gepaßt hätte.

Die Lufthansa hatte eine Erhöhung der Inlandstarife um 10 % beantragt, nachdem die deutschen Verkehrsflughäfen ihre Landegebühren um 35 % erhöht hatten. Doch zwischen beide Ereignisse platzte Erhards berühmte Fernsehrede. Die Lufthansa, abhängig von der Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums, mußte auf Preiserhöhung verzichten.

Vorerst wenigstens. Auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Verkehrsflughäfen in Hamburg hörte man nämlich von Ministerialdirektor Kreipe: „Wir werden wohl mit einer Erhöhung der Lufthansa-Tarife rechnen müsen, wenn erst einmal eine Beruhigung der Wirtschaftslage eingetreten ist...“ – Das paßt genau zu Adenauers Berliner Äußerung: Wenn Nordhoff die VW-Preiserhöhung vierzehn Tage später bekanntgegeben hätte, hätte es keinen „Spektakel“ gegeben.

Übrigens: AdV-Geschäftsführer Treibel rechnete in Hamburg vor, daß die Erhöhung der Landegebühren für die Luftfahrtgesellschaften höchstens 2 % der Betriebskosten ausmache. Die Lufthansa möchte ihren Inlands-Passagieren aber 10% mehr abnehmen. H. M.