HAMBURG (Deutsches Schauspielhaus):

"Das Konzert" von Hermann Bahr

Die letzte Phase der Theatersaison, die das Ensemble des Deutschen Schauspielhauses im "Theater am Besenbinderhof" zubringen muß, begann mit einer neuen Gründgens-Rolle. Gustav Heink, der alternde Meisterpianist als eitler Schwerenöter, hatte von Gustaf Gründgens den Rollenvornamen Albert bekommen, hätte es doch sonst zuviel der persönlichen Pikanterien gegeben. Marianne Hoppe die als Bühnenschauspielerin in Hamburg seit Jahren nicht zu sehen war, wurde mit demonstrativem Auftrittsapplaus empfangen: In den Zeitungen hatte gestanden, daß sie früher Frau Gründgens war und seit zehn Jahren zum erstenmal wieder mit "ihm" auf der Bühne stehe: als Frau Heink, die in elf Ehejahren ihrem großen Mann-Kind soviel nachzusehen hatte. Die Schauspieler kamen auch über diese Hürde hinweg. Gründgens gelang eine vom Publikum verzückt bejubelte Lustspielfigur, deren solistische Leuchtkraft der Regisseur Gründgens durch sanfte Parodie noch erhöhte. Marianne Hoppe zeigte besonders im ersten Gespräch mit Dr. Jura Heinz Reincke, dem trotz amüsanter Addition von Wirkungselementen der altersschwache Text nicht ganz einheitlich gelang), wie für eine Schauspielerin von ihrer Kraft der geschriebene Dialog nur Anlaß ist für eine tiefweibliche Faszination. Jac