Im vergangenen Jahr war vielfach zu hören, das Bankrekordjahr 1960 werde sich kaum wiederholen. Offenbar haben das die Institute selbst geglaubt. Jetzt, wo sie die Abrechnung für 1961 abgeschlossen haben, sieht manches weit besser aus als erwartet wurde. Bei der Frankfurter Bank jedenfalls kann das Geschäftsjahr 1961 durchaus einen Vergleich mit dem Vorjahr aushalten. Der aus nur wenigen Posten bestehenden Ertragsrechnung kann man nicht allzuviel entnehmen. Der Reingewinn ist auf die vorgesehene Dividende von 17 % abgestellt. Dabei ist zu beachten, daß die Dividende von 17 % erstmals auf das derzeitige Grundkapital von 20 Mill. bezahlt wurde. Im vergangenen Jahr, in dem nur 15 Mill. dividendenberechtigt waren, brauchte der ausgewiesene Reingewinn um ungefähr 0,9 Mill. niedriger zu sein. Der Rücklage wurden auch in diesem Jahr 3 Mill. zugeführt. Sie beträgt jetzt insgesamt 20 Mill. DM. Im wesentlichen wurde sie aus den Gewinnen der letzten zehn Jahre angesammelt.

Die Frankfurter Bank ist ein Regionalinstitut ohne Filiale. Ihre große Kundschaft, vor allem Industrie- und Handelsunternehmen, ist über das ganze Bundesgebiet zerstreut. Nun ist es heute üblich, daß ein Wirtschaftsunternehmen eine ganze Reihe von Bankverbindungen unterhält, manchmal bis zu zwanzig. Die Konkurrenz unter den Kreditinstituten ist deshalb so groß. Daher muß es nicht nur günstige Konditionen anbieten, sondern auch gute Dienste leisten, wenn es im Geschäft bleiben will.

Die Bilanzsumme hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres von 756 Mill. auf 861 Mill., d. h. um 13,9 % erhöht. Dabei sind die Kundschaftseinlagen um weit über 60 Mill. angestiegen, über 30 Mill. flossen dem Institut zusätzlich an Bankengeldern zu. Das Kreditvolumen wuchs um 85 Mill. DM. Das große überregionale Geschäft der Frankfurter Bank entspringt einer Tradition, die auf die alte Reichskredit-Gesellschaft AG zurückgeht, deren Führungsstab nach dem Krieg zur Frankfurter Bank kam. Eine andere Wurzel reicht in das alte Frankfurt der Jahrhundertwende. Als die Bank ihr Notenprivileg verlor, schuf sie sich eine hervorragende Stellung im deutschen Geldmarktgeschäft; außerdem war sie geschätzt als Verwalterin großer privater Vermögen. Ohne die kräftige Rücklagenstärkung hätte die Frankfurter Bank wahrscheinlich ihr Kapital erhöhen müssen. Erwägungen darüber wurden im Frühjahr angestellt, führten aber zu keinen Beschlüssen. Die Ausrüstung mit eigenen Mitteln erscheint der Verwaltung mit 6 % der Bilanzsumme als ausreichend. W. R.