FÜR Deutsche –

Voltaire: „Sämtliche Romane und Erzählungen“, deutsch von Ilse Lehmann, Einleitung von Victor Klemperer; Carl Schünemann Verlag, Bremen, Sammlung Dieterich, Band 58/59; 855 S. Dünndruck, 19,80 DM.

ES ENTHÄLT jene fünfundzwanzig bekannten und weniger bekannten belletristischen Prosawerke, die hier, da die Gliederung in „Romane“ einerseits und „Erzählungen“ andererseits wenig Sinn hat, einmal einfach nach der Länge geordnet seien: Candide (121 Seiten) – Zadig – Die Prinzessin von Babylon – Das Naturkind – Der Mann mit den vierzig Talern – Jennis Geschichte – Amabeds Briefe – Der weiße Stier (40 Seiten) – Mikromegas – Die Ohren des Grafen Chesterfield – Die Welt, wie sie ist – Der Weiße und der Schwarze – Lobrede auf die Vernunft – Jeannot und Colin – Geschichte der Reisen Scarmentados –Der einäugige Lastträger (8 Seiten) – Cosi-Sancta – Memnon oder die menschliche Weisheit – Was das Gedächtnis erlebte – Bababek und die Fakire – Geschichte eines guten Brahmanen – Platons Traum – Die beiden Getrösteten – Indisches Abenteuer – Wenn Blinde von der Farbe reden (2 Seiten).

ES GEFÄLLT, da mit diesem Buche jedermann in einer Welt, in der (einem on du zufolge) humorloser Fanatismus, ellenbogen-einsetzende Rücksichtslosigkeiten und unbelehrbare Dummheit so viel Raum einnehmen, in einer ganz normalen Manteltasche so viel aufgeklärten Witz, so viel liebenswert-boshaften Charme und so viel jederzeit auf Abruf bereite Vernunft bei sich tragen kann. – a. e.