Die Internationale Handelskammer hat soeben dem Komitee für Entwicklungshilfe der OECD eine Stellungnahme unterbreitet, die sich zum Problem der Versicherung privater Investitionen im Ausland gegen nicht-kommerzielle Risiken äußert. Zusammen mit der Weltbank wurde ein Schutzsystem entworfen, das grundsätzlich genügen würde, die private Entwicklungshilfe wirklich funktionsfähig zu machen (Vgl. dazu H. Riedle: Entwicklungshilfe in der Sackgasse, „ZEIT“ Nr. 19). An Stelle der heute herrschenden Unsicherheit für den Investor träte dann die Gewißheit, gegen mögliche politische „Gefahren“ gedeckt zu sein. Ein umfassender Garantie- und Versicherungsfonds, getragen von vielen Mitgliedstaaten (Kapitalexport- als auch Kapitalimportländer) würde der privaten Auslandsinvestition endlich starken Auftrieb verleihen.

Auch die kurzsichtigen und kreditschädigenden Handstreiche auf fremdes Eigentum – die ceylonesische Regierung hat sich soeben einen Coup gegen die amerikanische Caltex erlaubt, wobei ein Vermögen von 4 Mill. DM enteignet wurde – würden durch die Existenz eines „internationalen Versicherungs- und Gläubigerfonds“ in Zukunft doch wohl heftigster Kritik ausgesetzt sein. Vielleicht, und das möchte man schon im Interesse der Entwicklungsländer selbst annehmen, werden derart unmotivierte Übergriffe bald aufhören. Es könnte dann endlich jenes echte Partnerschaftsverhältnis zwischen ent- und unentwickelten Staaten aufkeimen, auf das die Auslandshilfe-Politiker allüberall so sehnlichst warten. Rle.