„Der Außenseiter“ (USA; Verleih: Universal): Erst nach überlanger Exposition, die Frontgeschehen im 08/15-Stil simplifiziert, findet dieser Film zu seinem Thema, der Geschichte eines schüchternen Indianers, der wider Willen zum Kriegshelden gemacht wird und an dieser Zumutung zerbricht. Da er zufällig aufs heroische Photo eines Kriegsberichterstatters geriet, zitieren ihn seine Vorgesetzten nach Washington. Er, der gestern noch Unbekannte, wird als wackerer Sohn der Volkes, als berühmtester Indianer aller Zeiten herausgestellt, auf daß sein Erscheinen in der Öffentlichkeit die Massen zur Zeichnung notwendiger Kriegs-Anleihen geneigt mache. Verzweifelnd an seiner Rolle, verfällt der Indianerbursche dem Alkohol. Von seinem Stammesältesten und einem hohen Kriegsherrn ermahnt, endlich zu glauben, daß er ein Unterpfand nationaler Würde und Widerstandskraft sei, gelobt er zuletzt vorm steinernen Denkmal seiner vorgeblichen Heldentat unter Tränen Besserung. Und der Film endet, wo er beginnen müßte. Während das Publikum sich von seinen Sesseln hebt, bekennt von der toten Leinwand her hastig und schlechten Gewissens ein Sprecher, der junge Indianer habe sein Versprechen nicht gehalten, sei im Februar 55 als Trinker verstorben. Delbert Mann („Marty“) hat seinen Stoff vielleicht nicht ökonomisch genug angefaßt. rpk