Seitdem der internationale Kapitalverkehr wieder einigermaßen hergestellt ist, arbeiten die Weltbörsen wie kommunizierende Röhren. Treten, wie dies während der letzten Wochen in Wall Street der Fall war, große Verluste in amerikanischen Effekten ein, so müssen diese Löcher durch Verkäufe an anderen Börsen, und zwar in Titeln, die bis dahin allen Stürmen gut standgehalten haben, gestoppt werden. Am schnellsten reagieren stets die internationalen großen Arbitragewerte. Erst später folgen Aktienkategorien, die unter dem Auftrieb nationaler Konjunkturbewegungen stehen. Paris ist daher als letzte Börse unter den Druck der internationalen Depression geraten. Die Baisse des Auslands wurde in Paris durch Herabsetzung der Kurse für internationale Werte nur registriert. Französische Aktien dagegen entwickelten sich zunächst unter dem Einfluß eigener Kraftquellen. Da es aber Spekulanten gibt, die an allen Börsen Verpflichtungen unterhalten, war unausbleiblich, daß Gewinnrealisationen auch in typisch französischen Werten, gerade weil sie am wenigsten gelitten hatten, stattfinden mußten. Der wöchentliche Index ging von 114 auf 109 zurück. Kurseinbrüche in einzelnen Werten waren nicht festzustellen. Alle Aktien, die in den letzten Monaten sehr gestiegen waren, mußten ungefähr in der gleichen Weise einen kleinen Verlusttribut entrichten.

Eine klare Tendenz entwickelt sich nicht. Zufallsorders bestimmen die Kurse. Aber es gibt auch Ausnahmen: Suez werden nun auch von England gekauft. Hutchinson gleichen zufällige Verluste unter dem Einfluß Schweizer Interessenkäufe aus. Es wird vermutet, daß die Gesellschaft sich einem anderen großen Kautschukkonzern, vermutlich Kléber-Colombes, anzugliedern beabsichtigt. Die zur Rothschild-Gruppe gehörenden Chemins de Fer du Nord, die gleichzeitig Holding und Industriegesellschaft sind, haben eine ungewöhnlich günstige Bilanz veröffentlicht und werden eine Dividende zahlen, die eine Nettorendite von 3,5 % gibt. Der Simca-Kurs hat sich überhaupt nicht bewegt. Die Aufkäufe halten an. An keinem Tage haben sich die großen Umsätze in Hotchkiss verringert. Es ist bekannt, daß das Resultat für 1961 sehr günstig war. Die Börse erwartet Gratisaktien! Nahrungsmittelwerte bleiben gefragt. Von ihnen zeichnen sich Pernod, Ricard, Olida und die Warenhäuser Printemps und Galeries Lafayette aus, die Gratisaktien geben. RETLAW