Problematische Geschwindigkeitskontrolle

Von Robert Pendorf

Die arme Polizei. Da glaubte sie nun endlich, ein unfehlbares Gerät für Geschwindigkeitskontrollen zu haben – das sogenannte Verkehrsradargerät – und nun scheint es damit wieder nichts zu sein! Drei Jahre lang war es gutgegangen ... aber fangen wir von vorn an.

Vorn, am Anfang, stehen die Geschwindigkeitsbeschränkungen, in Sonderheit die 50-km/h-Beschränkung in geschlossenen Ortschaften. Es mag hier dahingestellt bleiben, wie sinnvoll oder wie unsinnig diese Vorschrift ist – der Verkehrsminister hielt sie jedenfalls für sinnvoll und baute sie 1957 in den Paragraphen 9 der Straßenverkehrsordnung ein. Seitdem schlägt sich die Polizei mit dem Problem herum, wie wohl die Geschwindigkeit von Autos im Verkehr schnell, genau und beweiskräftig zu messen sei.

Man begann mit Stoppuhren, etwa nach dem Muster von Hundert-Meter-Läufen. Eine zwar grobe, aber sonst ganz gute Methode. Jedoch, das Vertrauen in die Genauigkeit der stoppuhrdrückenden Beamtendaumen war zu gering; die Beweiskraft dieser Meßart reichte vor Gericht nicht immer aus.

Dann kamen die Schläuche. Ein luftgefüllter Schlauch quer über die Straße, ein zweiter ein paar Meter weiter – und aus der Zeit zwischen Überfahren des ersten und des zweiten Schlauches ergibt sich die Geschwindigkeit. Schon besser, Genauigkeit leidlich – aber die Methode hatte andere Haken. Die Schläuche sah man, wenn auch erst auf kurze Distanz, die Folge waren nicht selten rüde Gewaltbremsungen – nicht ungefährlich für den nachfolgenden Verkehr. Das richtige waren die Schläuche also auch nicht.

Die nächste Methode war das Hinterherfahren hinter dem Sünder, wobei Sünder und Tachoanzeige des Polizeiwagens gleichzeitig photographiert wurden. Aber auch das gab Ärger, weil sich nur schwer beweisen läßt, daß Verfolgter und Verfolger im Augenblick der Aufnahme – oder auch mehrerer Aufnahmen – wirklich mit gleicher Geschwindigkeit gefahren sind.