Die Aktionäre der Salzdetfurth AG, Hannover, werden auf der zum 14. Juni einberufenen Hauptversammlung zwar wieder 14%Dividende vorgeschlagen bekommen (dabei sind die 25 Mill. DM junge Aktien aus der Kapitalerhöhung vom Vorjahr allerdings nur für ein halbes Jahr gewinnberechtigt). Das Geschäftsergebnis dieser Holding kann sich jedoch bei weitem nicht mit dem – außergewöhnlich günstigen – Ergebnis des Vorjahres messen. Das findet seinen deutlichen Ausdruck darin, daß die Reserven, die im Vorjahr noch mit 6,3 Mill. DM dotiert worden waren, diesmal leer ausgehen. Der Gewinn wird also für 1961 voll ausgeschüttet, sofern nicht stille Reserven gelegt worden sind; aber die können den Aktionär – zumindest für den Augenblick – nicht weiter interessieren.

Zu dem vergleichsweise mageren Ergebnis der Holding hat in erster Linie die deutliche Verringerung der Beteiligungserträge, nämlich von 52,8 auf 43,8 Mill. DM beigetragen. Nicht genug, außerdem wurde die Salzdetfurth AG mit einer gegenüber dem Vorjahr um das achtfache erhöhten Verlustübernahme in Höhe von 8,7 Mill. DM belastet.

Die Verringerung des Ergebnisses der Vereinigte Kaliwerke Salzdetfurth AG als der größten und interessantesten Beteiligungsgesellschaft wird im Geschäftsbericht in der Hauptsache mit der Steigerung der Löhne und Gehälter sowie der sozialen Abgaben infolge von Tariferhöhungen erklärt. Hierauf entfallen allein 8,5 Mill. DM. An der Erhöhung der sonstigen Aufwendungen der Kaliwerke waren außerdem – mit 1,6 Mill. DM – höhere Ausgangsfrachten beteiligt.

Die Ergebnisschmälerung der Holding aus Verlustübernahmeverträgen geht im wesentlichen auf das Steinkohlenbergwerk Mansfeld GmbH mit einem Verlust von 5 Mill. zurück. Enttäuschend ist vor allem auch das Ergebnis der Aufschlußarbeiten, die die Mansfeld AG an der chilenischen Kupfererzlagerstätte in Andacollo vorgenommen hat. Hierzu heißt es im Geschäftsbericht lakonisch: „Die Erwartungen, ein sehr umfangreiches Vorkommen aufschließen zu können, haben sich nicht erfüllt.“ Den bisherigen Aufwand in Chile im Betrage von immerhin 1,9 Mill. DM hat die Gesellschaft deshalb in ihrer Bilanz vorsorglich abgeschrieben.

Die Schwierigkeiten des Kaliabsatzes auf den Weltmärkten werden mit dem Hinweis auf den zunehmenden Konkurrenzdruck aus den Vereinigten Staaten erklärt, besonders in der zweiten Hälfte des Jahres 1961. Das trifft die Gesellschaft um so mehr, als der Inlandspreis für Kalierzeugnisse behördlich festgesetzt und seit Jahren nicht mehr verändert worden ist.

Auf der Aktivseite der Bilanz fallen an sich nur zwei Veränderungen stärker ins Auge. Das ist einmal der von 0,7 auf 3,4 Mill. DM erhöhte Wertpapierbestand, der sich durch die Quote an der 5%igen Entwicklungsanleihe der Bundesrepublik erklärt; zum anderen die um 40,5 Mill. DM erhöhten Forderungen an Konzernunternehmen, sprich Kredite an die Vereinigte Kaliwerke Salzdetfurth AG. bzw. an die Chemische Fabrik Kalk GmbH. Auf der Passivseite hat sich die gesetzliche Rücklage um das Agio aus der Kapitalerhöhung des Vorjahres von 22,4 Mill. DM erhöht.

Der Vorstand läßt seinen Bericht mit einer etwas düsteren Prognose ausklingen: „Der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres 1962 läßt die Einflüsse einer Konjunkturabschwächung erkennen, die Erschwernisse für die Aufrechterhaltung unserer Ertragslage mit sich bringt.“ Indessen, die Aktionäre haben einen Trost: Die Gesellschaft verspricht sich nach wie vor von den laufenden Investitionen „gute Erfolge“. Eine sichere Voraussage für 1962 kann der Vorstand allerdings nicht machen. Das dürften die Aktionäre auch nicht erwartet haben. W. B.