Nach Wolfgang Ebert

Wolfgang“, sagte meine Frau eines Morgens beim Frühstück zu mir, „ich bin sehr unzufrieden mit dir.“

Das war nicht ungewöhnlich, und so sah ich mich auch keineswegs veranlaßt, von der Zeitung aufzublicken.

„Wo Freiheit ist, muß Verantwortung sein“, fuhr sie fort und registrierte befriedigt meinen etwas verstörten Blick.

„Du wiederholst dich, Wolfgang. Hast du denn den Appell des Herrn Erhard nicht gelesen?“

„Doch“, wandte ich ein, nervös den echt chinesischen Zuckertopf (made in Germany) zwischen den Fingern drehend, da ich den Zusammenhang nicht recht verstand. „Aber ich lese doch immer morgens die Zeitung.“

„Nein“, sagte meine Frau, nachsichtig lächelnd, „das meine ich nicht. Ich meine, das, was du in der Zeitung schreibst, wiederholt sich.“