Offen gestanden, ja. Ich habe Angst. Nicht immer, aber manchmal schon. Wenn ich beispielsweise nachts in den Keller gehe, um abzuheizen. Wenn unser Töchterchen sich allein auf den Weg zum Kindergarten macht. Wenn mir das Ergebnis einer Repräsentativerhebung auf den Schreibtisch flattert, das Aufschluß über die Frage bringt, ob und warum sich meine Mitmenschen ängstigen. (Das Emnid-Institut für Meinungsforschung hat Ende des Jahres 1961 an einen repräsentativen Querschnitt der erwachsenen Bevölkerung des Bundesgebietes die Frage gestellt: „Haben Sie manchmal Angst?“)

Mit der Angst bekommt man es da zu tun, ob unsere Meinungsforscher denn vor nichts mehr haltmachen. Angst und bange muß einem vor allem werden um das – ohnedies leicht ramponierte – Renommée von Meinungsforschungsinstituten, die ihre Nase aber auch in jedes und alles hereinstecken müssen – offenbar nicht zuletzt, um von sich reden zu machen: Eine neue, aber nicht eben rühmliche Variante von „Lohn der Angst“. Meine Empfehlung geht dahin, demnächst einmal eine Befragung darüber anzustellen, was unsere Mitmenschen von solcher Art Meinungsbefragung halten. Dazu gehört allerdings das Gegenteil von Angst. W. B.