Orenstein-Koppel und Lübecker Maschinenbau AG, Berlin. Die diesjährige Hauptversammlung der Gesellschaft findet am 29. Juni in Berlin statt. Den Aktionären wird vorgeschlagen werden, bei einem ausgewiesenen Reingewinn von 2,6 Mill. DM, wieder eine Dividende von 13 % auf das Grundkapital von 20 Mill. DM auszustatten. Im Jahre 1961 erreichte die Gesellschaft den bisher höchsten Umsatz mit 284 Mill. DM: er stieg gegenüber dem Vorjahr mit 226 Mill. DM um 26 %. Bei dem hohen Umsatz und den niedrigeren Auftragseingängen in Großbaggern und Schiffen sank der Auftragsbestand allerdings auf 2/3 der Vorjahrshöhe. Das für die Gesellschaft wesentliche Baumaschinengeschäft verlief weiter günstig. Die Entwicklungstätigkeit wurde verstärkt und neue Geräte wurden auf den Markt gebracht, die dem Bestreben der Bauunternehmer, Arbeitskräfte durch Maschineneinsatz zu ersetzen, entgegenkommen. Diese neuen Typen wurden wie die Gesellschaft mitteilt, vom Markt gut aufgenommen. Im Waggonbau wurde der Unsatz um 16 % gesteigert. Die erzielbaren Preise werden als „nicht ausreichend“ bezeichnet. Im Großbaggerbau, dessen Umsatz beträchtlich höher als in den Vorjahren lag, gibt der Auftragsbestand Beschäftigung über das Jahr 1962 hinaus. Die Investitionstätigkeit an großen Tagebaugeräten verlangsamte sich. Aufträge mußten in hartem Wettbewerb auch mit Herstellern aus dem EWG-Raum zu gedrückten Preisen hereingenommen werden. Die unbefriedigende Lage der Werft besserte sich nicht. Im Zusammenhang damit wird auf die DM-Aufwertung hingewiesen, die die an sich schon verfälschte Wettbewerbslage gegenüber ausländischen Werften noch mehr verzehrt habe. Zur Zeit der Aufwertung laufende aussichtsreiche Verkaufsverhandlungen seien von den Partnern abgebrochen und die Aufträge in andere Länder vergeben worden.

Die im Berichtsjahr und in den ersten Monaten 1962 gebuchten Aufträge beschäftigten die Werft in Lübeck bis zum Spätherbst 1962 voll und bis Mitte 1963 teilweise. Der Jahresabschluß per 31. Dezember 1961 weist Anlagezugänge in Höhe von 8,9 Mill. DM aus. Zur Finanzierung der Investitionen wurde neben den Abschreibungen in Höhe von 6,9 Mill. DM ein Schuldscheindarlehen über 3 Mill. DM aufgenommen. Die wesentliche Verringerung der Bilanzsumme um 45 Mill. DM von 216 Mill. DM auf 171 Mill. DM erklärt sich aus dem Abbau der Warenvorräte von 112,6 Mill. DM auf 60,2 Mill. DM und der Verminderung der Anzahlungen von 96,6 Mill. DM auf 45,1 Mill. DM. Der Rücklage für Vermögensabgabe wurde ein Betrag von 0,1 Mill. DM zugeführt, der aus der Anerkennung eines Anspruches auf Vorkriegsvermögen in Indien stammt. Das Eigenkapital von insgesamt 30,7 Mill. DM beträgt nunmehr 18 % der verkleinerten Bilanzsumme gegenüber 14 % in 1960. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist eine Erhöhung der Ertragssteuern von 3,9 auf 4,7 Mill. DM aus. Das könnte auf eine verbesserte Ertragslast schließen lassen. Gn.